Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
196
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196 Ucbcrgang zu der ritterl. Poesie der hohcnstauf. Zcir.

von Tcgcnisec (ff 1186) crbat. Zwei spätere dichterische Ucbcrarbcitun-gen suchten dann das ältere Gedicht in hochdeutscher Sprache und inhöfischerem Tone zu erneuern; sie sind beide ganz erhalten; die ältere,die unvollkommnere trocknere Arbeit eines bairischen oder österreichischenDichters ans dem Ende des 12. Jahrhunderts, noch ungcdrnckt in einerWiener Handschrift (Nr. 3028); die andere spätere, daS Werk einesgleichfalls bairischen Dichters, der bei seiner Behandlung in etwas freie-rer Weise verfährt, in einer Gothaer Handschrift '^). Diesen deut-schen Bearbeitungen reihen sich zwei lateinische an, die uns gleichfallserhalten sind. Die eine, in Prosa '^), mit untermischten gereimten Hera-mctern und eingeschobencn Versen römischer Dichter, hält Haupt nachsorgsamer Vergleichung ebenfalls für eine Bearbeitung des älteren deut-schen Gedichtes, von einem geschmacklosen gelehrten Geistlichen. Dasandere, in Hexametern, ist von einem Odo verfaßt ^) und an den Erz-bischof Albrecht von Magdeburg gerichtet, der diese Stelle von 1206 bis1232 oder 33 einnahm. Dies letztere weicht durch Erweiterung undZuthat in dem wunderhaftcn Theile deS Gedichtes am weitesten ab, dochdeuten alle diese Bearbeitungen, trotz einzelnen mehr oder minder großenFreiheiten, auf Einerlei gemeinsame Quelle zurück, die auch noch auf dasviel spätereBänkelsängcrlied" von Herzog Ernst fortwirktc, daS in altenDrucken vorhanden ist, und von Kaspar von der Roen verkürzt wurde.

Was nun die verschiedenen Bcstandtheile dieses Gedichtes betrifft,so ist in dem ersten an deutsche Geschichtsstoffe augelehutcn Theile dieselbeaußerordentliche Verwirrung von Zeiten und Personen, wie in der Kai-serchronik. Die Zeiten dcö 0. und 10. Jahrhunderts fuhren wie dasfrühere heroische Zeitalter fort, geschichtliche Personen in Sage undDichtung mit der größten Freiheit zu verschmelzen. So herrscht in demfranzösischen Epos von Aubcry dem Burgunder, das geschichtlich injenen Jahrhunderten wurzelt, die ganz ähnliche Verwirrung von Zeitenund Personen der fränkischen und bairischen Geschichte, wie in unscrmHerzog Ernst. In diesem werden die einheimischen Schicksale des schwä-bischen Herzogs Ernst, des unruhigen Stiefsohns Koncadö II., erzählt,

198) Gedruckt ln der Sammlmig altdeutscher Gedichte von von der Hagen undBnsching I. Sie galt lange wegen einer mißverstandenen Stelle V. 2478 für ein WerkHeinrichs von Veldeke.

199) Gedr. ans zwei Münchner Handschr. in Haupts Zeitschr. Bd. 7.

299) lürnostns so,, oarmon Varia lilriiesri Uavariao tluois I'orluna, auloreOüono. in iUarlono Nies. uvv. anoocl. t. III.