Veränderungen in der deutschen Volksdichtung.
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Klasse; oder sie sangen auch eigene Dichtungen und besuchten als Schütz-linge der Troubadours Höfe und Schlösser, eine empfohlene Klasse, ausder sich Einzelne zu Troubadours cmporschwangen; oder sie hielten sichunabhängig von der Ritterschaft und unterhielten singend, spielend, er-zählend das Volk in Städten und Dörfern, eine gehaßte Klasse, weil siedurch Neuheit und würzige Behandlung ihrer Lais, Schwänke und Ro-mane den Rittcrdichtern eine gefährliche Coneurrenz machten. Dies warnoch mehr der Fall in Nvrdfrankreich, wo die erzählende Dichtung weitmehr als im Süden verbreitet war, so daß es nach dem Sacristan vonClugny in der Normandie allgemeiner Brauch werden konnte, daß jederbeherbergte Wanderer dem Wirth eine Geschichte oder ein Lied vortrug;so daß hier nicht wenige Werke der Jongleurs sich mit den besten der Hof-dichter um den Vorrang streiten. Hier gibt es daher kaum einen Mene-strel oder Trouvöre, der nicht im bittersten Groll gegen die Handwerks-poeten eiferte, die die Mähren verderbten und entstellten und Piedurch ihr Erzählen sich ihren Unterhalt erwarben^). Solche Klagender erzählenden Dichter hört man in Deutschland nicht; denn man weißauch nicht, daß bei uns die Fahrenden wie die französischen Jongleursauf Märkten vor den Volksmassen mit Leiern in zerrissenen Futteralenerschienen wären, wo sie wie Seiltänzer und Gaukler die Sitze verkauftund bei ihrem Singen oder Lesen sich des Zudrangs und Lärms zu erwehrengehabt hätten. Sie mögen bescheiden von Burg zu Burg gezogen sein,in weit geringerer Zahl damals als im 13. und 14. Jahrh., nnbencidet,höchstens wegen der alten Dictrichlieder aufgezogen, die sich in der Volks-gunst erhielten und in die Hofknnst cindrängten. Sonst sprechen auchunsere Minnesänger von den Fahrenden ohne den Geifer der französischenDichter über die Jongleurs; Spervogel und der Glichcser bezeichnensich selbst, die Colmarcr Annalen den Freidank und den Konrad vonWürzburg als solche, ohne Harm. Der volkssinnige deutsche Geist, der
192) Im Oarin le I^oliecain (ed. ?. ?ui'js. 1831) heißt es:
eil Zoegleoni', qui voni jirii' le jiaHn' en seveni riens eel'tam8 esoi ei lins,
1' esioiee oni eoeeoule des birni8 disei loi' meneoi§no et ir.i"usle et mi8 eie.und diese Klage hallt überall und tausend Mal wieder.
193) Chretien v. Trcyes im Erec: li eonle8
ljve devant ivis ei devuni eonlesdesieeiee ei cni'i'omsii'e 8ue!ent,eil, gui de cooles vivi'e vueleni.
Gerv. d. Dicht. 1. Bd.
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