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1 (1853)
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Uebergang zu der rittcrl. Poesie der hoheustauf. Zeit.

des Alterthums verbindet; daß im Rüther eine Anknüpfung deutscherSage an die karolingische, die Durchdringung alter Mähren mit dem kreuz-ritterlichen Geiste und eine Verpflanzung derselben auf den Boden deskreuzritterlichen Ruhmes Statt hat; daß im Salomon und Morolf einHeld des jüdischen Alterthums in deutschen Dichtungöelemcntcn spielt;daß im Oswald und Orendel die deutsche Sage in die Legende übergehtund im Biterolf die Figuren der Dietrichsage sich in den Abenteuern undFormen der britischen Romane bewegen. Ikcberall werden wir aus die-selbe Verwirrung der verschiedenartigsten geschichtlichen und poetischen,räumlichen und zeitlichen Elemente stoßen, deren Anfänge wir im derKaiserchronik betrachtet haben; nur daß auf dem Gebiete der weltlichenDichtung diese Vermischung und Verwischung der Sagenstoffc in nochviel größerer Freiheit geübt wird, als ans dem Boden der heiligen Sageund der Geschichte. Wir lernen eine Reihe von Dichtungen kennen, dievon seltsamen Auswüchsen verunstaltet sind, von Abenteuerlichkeiten,Erfindungen, Entstellungen, burleskerem Vortrage und aller möglichenRohheit und Verwilderung.

Diese Eigenheiten erklärt man hauptsächlich aus der Natur derDichter, von denen diese Werke ausgcgaugcu sind. Seitdem der epischeGesang dem Volke mehr und mehr entzogen worden war, sahen wir imWaltharius und Ruodlieb, in der Thicrsage, in der Kaiscrchronik dieGeistlichen fortwährend mit der epischen Dichtung beschäftigt; am Endedes k2. Jahrh. sind sie ans dieser Thätigkcit von dem Rittcrstande ver-drängt, und der Hof, nicht mehr das Kloster, wird die LicblingSstätteder Dichtkunst. Ehe diese Wendung aber cingetreten war, in einer Uc-bcrgangözcit (von der Mitte des Jahrhunderts an), wo sich beide Ständeum die Pflege der Dichtung stritten, schiebt sich ein drittes Glied zwi-schen Beide, eine Klasse von fahrenden Lvhndichtern, die die epische Kunstumhcrtrugcn zu Burgen und Höfen, ungefähr wie die fahrenden Truppenim vorigen Jahrhundert mit der Schauspielkunst fuhren, che sie festeNiederlassungen fand. Wir wissen leider nur Weniges, aus dürftigenAndeutungen, von den Verhältnissen dieser Klasse, die in Deutschlandnicht als ein besonderer Stand, noch weniger als eine gesondcrteDichtcr-schule angesehen werden darf. In Wales, wo der Sängerstand eine ge-schlossene Kaste war, waren auch die fahrenden Barden (olomvo) ein ab-geschiedener Stand; in der Provence, wo das ritterliche Standcsccre-monicl bis zum kastcnartigen ausgcbildet war, sind sogar verschiedeneStcllnngcnderJonglcurs zu unterscheiden-: sie waren theils im förmlichenDienste der Troubadours und sangen deren Lieder, eine gering geachtete