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1 (1853)
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191
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Veränderungen in der deutschen Volksdichtung.

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3. Veränderungen in der deutschen Volksdichtung.

Indem wir nun von dcm Gebiete der heiligen Sage den Blick zurweltlichen epischen Dichtung herüberwcnden, erinnern wir, daß wir indem Kreise der legendarischen Literatur, den wir so eben durchliefen, be-reits in der ersten Hälfte des l2. Jahrh. fast alle die größeren epischenErscheinungen angckündigt gefunden haben, die gleich in dernächstfolgcn-dcn Zeit über alles andere hervorragen. Die Kaiserchronik kennt schonLieder von Karl dem Großen, wie sie, schon aus ihrer Befehdung zuschließen, die fortlcbcndcn Dietrichlicder kennt; das Annolied weiß schonvon umgestaltctcn Sagen des Altcrthums, von Alcranders Luft- undMcerfahrt ans dem Greifen und in der Wasscrglocke; in den Legendenvon Brandau und Tundalus sahen wir bereits die wunderlichen Legen-denstoffe aus jenen britischen Inseln zu uns herübcrdringen, die baldauch dem ritterlichen Epos eine ganz neue Quelle eröffnen sollten. Diessind genau die Gegenstände und Dichtungsgruppcn, mit welchen wir unszunächst werden zu beschäftigen haben. Wenn wir die ganze Reihe erstüberblicken, werden wir in großem Umfange erkennen, wie allumfassenddiese Zeit mit jener Universalität, mit der sie sich zuerst die Legende ausaller Christenheit ancignete, sich nun auch der weltlichen Dichtungsstoffebemächtigte, wo Christenheit, Heidenschaft und Altcrthum zusammen-steuern mußten, um das neugierige Geschlecht zu befriedigen. Einzelnfür sich betrachtet stehen die Dichtungsgruppen, die wir bezeichnen, nachihren Stoffen abgesondert und in einer volksthümlich verschiedenen Hal-tung ; nur die deutsche Dictrichsage finden wir in diesen Zeiten mit einemfremdartigen, obwohl ursprünglich völksverwandtcn Bcstandthcilc ver-wachsen. Dies stimmt auffallend zu dem Charakter aller übrigen hei-matlich -deutschen epischen Gedichte, die wir im >2. Jahrh. in einerweiteren Gruppe besitzen, von der in der Kaiscrchronik wenig oder keineAndeutung ist, obgleich sie ihr und ihrem Inhalte vielfach nahe steht;am nächsten in jener Mischung verschiedenartiger Bestandtheile, worinwir gerade den Punkt der Veränderung sehen, der mit unserer einheimi-schen (nicht übersetzten) Epik jetzt vorging, oder vielmehr schon seit demlateinischen Gedichte von Ruodlieb im Werke war. Während die älteredeutsche Sage des Volks, soweit nicht gelehrte Geistliche die Hand darinhatten, wesentlich örtlich und national war oder höchstens die Sagcnstoffeverwandter Stämme aneinander reihte, so werden wir finden, daß unterden heimatlichen Dichtungen des 12. Jahrh., die wir in diesem Ab-schnitte zusammenstellcn, der Herzog Ernst sich mit geographischen Sagen