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1 (1853)
Entstehung
Seite
188
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188 liebergang zu der ritterl. Poesie der hehenstauf. Zeit.

Dichtem des 12. Jahrhunderts wie in Tausend und Einer Nacht. Scan-dinavischc Vorstellungen von Werwölfen erkennen sich in den Biselavcrctder arm omanischen Lais. Die Fabel des Orients vermischte sich so engemit dem Thicrmährchen der Germanen, daß sie kaum mehr zu trennensind. In welcher Art der Hitopadcsa, die Fabeln des Bidpai in Ost undWest eine Sprache und eine Veränderung nach der anderen durchliefen,überall aber die begünstigende Einkleidung fcsthiclten, ist bekannt genug.Das lateinische Werk von Petrus Alphonsns"'"), des getauften Juden,der unter Alfons I. in Aragonien schrieb, verpflanzte mit am frühestenarabische Fabeln und Erzählungen in den Westen, die dann in die Er-zählungen der Königin von Navarra, in die Gesta Nomanorum, in diespäteren italischen Novellisten Eingang fanden. Am interessantesten abersind die sieben weisen Meister (deren Ursprung bis nach Indien zurück-führt) und die Gesta Romanorum, ans deren (späte) deutsche Bearbei-tungen wir später znrückkommcn. Dort, in den sieben weisen Meistern,treten Erzählungen aus der griechischen und römischen, der christlichenund moSlcmitischen Welt, ans den arabischen Nächten, aus Hcrodvt,Pctroniuö nnd Plautus, aus tartarischen und wälschcn Quellen in diefreundlichste Gesellschaft neben einander. Eben so sind in den Gesta Ro-manorum Fabeln ans Petrus Alphonsus und Kclilah und Dimnah, cssind mönchische Legenden und weltliche Novellen, Gcschichtchen und Anek-doten aus dem klassischen Altcrthnme und Apologe und Parabeln ansdem Orient neben einander gestellt. Persien, Indien, Arabien, Griechen-land, Italien, alle Welt trug zu diesen Sammlungen bei, nur gerade dasdeutsche Mährchcn und die wälschcn Mabinogion, das Volksthümlicheunserer nordischen Novellistik, ging so wenig darin ein, wie unser heroi-sches VolkscpoS in Ariosi, der alle alten und neuen Schätze umfaßte undbenutzte. Desto mehr ward umgekehrt bei uns das Ausländische mit gro-ßer Thätigkeit gesammelt, bearbeitet und gelesen, und dafür grade istunsere Kaiserchronik ein frühes und merkwürdiges Zengniß.

Die Kaiscrchronik steht nämlich in der Reihe dieser für die ganzemittelalterlicheLiteratur so bedeutsamen Novcllcnsammlnngen; und eS gibtihr gerade das ein so hohes Interesse, daß sie neben Petrus Alphonsus'Werke zu den frühesten Versuchen dieser Art gehört. Nur die provenza-lische Sammlung"") der Legenden von der heiligen Fides, die der PfaffeBernard sammelte und dem Bischofs Fulbert von Chartreö (ff 1026)

190) De elei'ieali (liscipiili».

191) ^aurle!, 1Ü81 äe la noö8ie pl'ovenegle I. 435.