Legenden. Kcirserchronik.
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oströmische Reich Neues darbot; und dies waren Umbildungen altergriechischer Sagen und Dichtungen in neuer Gestalt, Verschmelzung der-selben mit Orientalischem, Romane, Novellen und Geschichtölegendenaus der römischen Kaiserzeit, wie sie im Geschmack der oben angeführtenans der Kaiserchronik noch heutzutage in Italien im Volke umgehen,und wie sie damals in Deutschland den Stoff der Unterhaltung lieferten,den vorher der Schwank, das Mährchen, das Lied dcö Volkes gewährthatten. In Spuren zeigte uns schon das Annolicd die neue Gestaltungder Alerandersage, die geistliche und weltliche kleine Erzählung über-nimmt in der Kaiscrchronik die breiteste Stelle ein.
Seit undenklichen Zeiten herrschte in Griechenland und Italien derGeschmack an solchen Novellen. Jede Nation hatte in dieser Gattungetwas Eigenthümliches, und der Austausch dieser kleineren, faßlichenund belebten Stoffe, war so leicht und mußte bei jedem Zusammentreffenverschiedener Nationen so lebhaft werden, daß wir deshalb in den Zeitender Kreuzzügc im Osten und Westen solche Sammlungen von Novellenhervortretcn sehen, die es gemeinsam haben, daß sie meist in einen Rah-men gefaßt sind, welcher Erweiterung und Verengerung, Ausscheidenund Aufnehmer: leicht und bequem machte, und daß sie meist ans Altemund Neuem, aus Nationalen: und Fremden: gemischt sind. Die größere,höhere Dichtung des ganzen Mittelalters hält in Asien und Europa demGeiste nach gleichen Schritt; dieselbe innere Regung, welche die persischeLyrik gestaltete, gestaltete auch die deutsche, und das persische Epos floßaus keiner weitern inneren Quelle als das fränkische. Jene kleinerenDichtungen aber sind auch dem Stoffe nach seit den Krenzzngenund durch sic Allgemeingut der ganzen Welt geworden, in einer Weise,wovon wir uns schwer einen Begriff machen können, da bei uns diemündliche Ueberliefcrung bis auf die Anekdote herabgekommcn ist, in derwir aber noch ganz die schnelle Verbreitung und östliche Verpflanzung,wie in den alten Sagen, beobachten können. Die ältesten Zeiten stelltenhier ihre Erzeugnisse neben die neuesten und aus den größten Fernentrafen sic zusammen. Aus jenen milesischen und sybaritischcn Mährchender alten Welt, die zur Zeit von Roms Gesunkenhcit mit den Heeren bisnach Asten und von dorther znrückgctragcn wurden, ging vielleicht diebekannte Geschichte von der Matrone von EphcsnS in alle Zeiten undLänder, war nach Duhalde in China bekannt und kommt in: Petron, inden sieben weisen Meistern und in den Schwänken aller Nationen vor.Alle Reiseabenteuer und Wunder gehören in diese Reihe; die Erinne-rungen an Homer, an Herodot und Pliniuö stoßen uns ans in deutschen