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1 (1853)
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180
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180 Uebergang zu der ritterl. Poesie der hohenstauf. Zeit.

zurück die wieder ihrerseits aus lateinischen Quellen geschöpft habenwird, denen man stellenweise ans die Spur gekommen ist^). DasWerk nennt sich in der Uebcrschrift der Voraner Handschrift sehr richtigeineChronik von der Kaiser und Päbstc Zeiten und viel mehr andererMaterie"; es ist ein Sammelplatz für die heilige Sage, die es in denNahmen eines fabelhaften ZcitbuchS des christlich-römischen Reicheskleidet. Hier nun ist es, in diesem geschichtlichen Thcile, wo alle alteund neue Geschichte aufs bunteste durcheinander geworfen wird, ebenwie wir eS vorhin in dem Annoliede fanden. Die Erzählung beginntgerade mit jenen Kriegen Casars, die in jenes Lied übergingen. Dannwird unter Tiberius Jerusalem von Titus und Vespasian zerstört, unddiese Zerstörung wird dann unter Vespasian noch einmal erwähnt.Unter Casus stürzt sich Jovinnö, eilt anderer Marens Curtius, zu Roßin eilten Höllenschlund, der sich in Nom öffnet. Nach Nero regiert Tar-quiniuö, und die Geschichte der Lnerctia trägt sich mit jenen Erweiterun-gen zu, die man in mehreren späteren Novellen wieder findet. UnterOtho und Vitellins spielt ein Odenatus die Rolle des Seävola. UnterNcrva ist mit Mare Aurcl's ehernem Pferd ans dem Capitol die Anek-dote von Phalariö Ochsen verschmolzen. Die Reihe der Kaiser ist wun-derlich verstellt und verrückt. Unter Commoduö fallen die Kriege mitAlarich und ein Herzog von Meran tritt dabei auf. Der Kaiser Gallienwar der größte Arzt; des Boethius LeidcnSgenosse Symmachus ist hierScneea. Der Pabst Leo ist Kaiser Karls Bruder. Von Etzins (Aetius)wird erzählt, was auf Narses trifft; er ruft den Otaker aus Steier insitalische Reich, der seinerseits von Dietrich von Meran geschlagen wird,n. s. f. Die Verwirrung könnte nicht größer und nicht gehäufter sein.Man weiß aus einzelnen Beispielen, (z. B. aus dem provenzalischcn Ge-dichte von Boethius aus dem 10. Jahrh., das diesen Philosophen zurZeit eines Kaisers Manlius Torquatus leben läßt), daß die römischeKaisergcschichte frühe in sagenhafte Gestalt verkehrt ward; in einem

184) Im Vorauer Text IS:

Lin buocb ist ro lliute getilnot, dar uns rümisoes ridies rvol bseibtd,.geiidren ist ir ci'oaic».

185) Maßman», dessen dritter Band, so weit er gedruckt war, uns freundlich zurBenutzung überlassen wurde, nimmt eine durchgehende, einheitliche lateinische Grund-lage an, die er in einer sagenhaften, auf deutschem Boden entstandenen, galiicaliistoriavcrmuthet, aus der auch die gest» Brcvirorum des !S. Jahrh. schöpften, und von derer Bruchstücke nachgewiesen hat. 3, 2!>k. 30Ü ff.