Legenden. Kuiserchronik.
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gegangen zu sein; dies würde das Werk in noch engere Verknüpfungmit der geistlichen Dichtung Oesterreichs im 11. und'12. Jahrhundertsetzen. Das uns erhaltene Werk besteht aus zwei Thcilen, deren jedermit einer Schlußrede endigt; der erste geht bis zu Constantins, derzweite bis zu Lothar'ö II. Tode (Ende 1137), wo das Werk ursprüng-lich geschlossen haben wird; cs ward dann, vielleicht von dem erstenVerfasser noch in einem Anhang bis 1147, dem Beginne von Kon-radS III- Krcuzzuge, fortgeführt. Verschiedene Handschriften, die wirbesitzen, zeigen es dann schon im 12. Jahrh. verschieden überarbeitet inallen Gegenden Deutschlands verbreitet. Dann wurde cö in einem spä-teren Terte von 1250 reiner gereimt und fortgesetzt bis zu Friedrich II.,und dieser Fortsetzung hängte sich wieder ein Anhang bis zu Rudolphvon Habsburg an; die Handschriften dieser jüngeren Bearbeitung sindalle hochdeutsch und an Wolfcam'schen Einflüssen erkennbar. Der In-halt des Werkes ging dann in die gereimten Weltchroniken der Enenkel,Rudolph von Ems und Heinrich von München über und wirkte in frü-hen prosaischen Auflösungen und Nebertragnngen in andere Prosachroni-ken mannichfaltig fort; sogar 1594 wurde von Christoph von Tegernseedas Werk noch einmal nmgereimt. Die ältesten Handschriften, die Vo-rauer und Liebenbcrger, weisen aus Oesterreich und Kärnthcn zurück;wie jene geistlichen Dichtungen dieser Gegenden alle untereinander Ge-meinschaft aufwiesen, so lassen sich auch in der Kaiserchronik einzelneStellen finden, die man in den Dichtungen jener Adclbrecht und Arnoldwieder liest. UeberdicS hat Diemer versprochen^), in lateinischen Ge-schichtöquellen Oesterreichs schon zwischen 1130 — 40 deutliche Spurenvon dem Bekanntscin des Gedichtes nachzuweisen. Wie fast alle öster-reichischen Dichtungen des 12. Jahrhunderts wurde es dann schnell nachdem Rheine verpflanzt und nahm hier (in der Heidelberger und den ver-wandten Handschriften) niederrheinische Sprachformcn an. SolcheSprachformen hat Maßmann zwar auch in dem Vorauer Terte einigenachgewiesen, und er hat schon aus der Vorliebe des Dichters für Trierauf einen niederrheinischen Verfasser schließen wollen; wie leicht aber-kennte ein Geistlicher, von rheinischer Geburt, da dieser Stand aller Weltangehört, inOesterreich gelebt und geschrieben haben; wie wahrscheinlichhat es der Herausgeber selbst gemacht, daß jene Trierer Ocrtlichkeitenschon den Quellen der Kaiserchronik angehörten. Selbst die ältesten Auf-zeichnungen derselben weisen nämlich noch auf eine ältere deutsche Chronik
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183) Sitzungsberichte der k, k. Academie vom 9. April 1851.