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1 (1853)
Entstehung
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175
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Legenden. Kaiserchronik.

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ten verlegt zu sein; die Provenzalen erzählen in einer gleichzeitigen Prosa-legcnde die ähnliche Versetzung in die höllischen Regionen von dem Apo-stel Paulus. Der Priester Alber, von dem wir ein vollständiges Gedicht^ von Tundalus besitzen ^), welches er auf Bitte eines Bruders Konrad inWinneberg verfertigt hat, gibt an, daß ein Mönch den Stoff der LegendevonRoinnachRcgcnsburggebrachtundihnda niedcrgeschrieben habe, wieer ihn mündlich empfangen. WirhabcnhierdieAnfängeunsererchristlichcnGestaltungen von Himmel und Hölle, vie immer durch moralisches Ef-fecthaschen langweilig und gräßlich geworden sind und nichts von derpoetischen Gerechtigkeit, Anschaulichkeit und inneren Nothwendigkeit deralten Tartarussagcn haben. Der irische Ritter wird auf drei Tage leb-los und seine Seele wird von einem Engel durch Hölle und Himmelgeleitet. Einförmige Qualen und einförmige Freuden, nothdürftig ge-steigert, begegnen den Wandernden ans ihrem Wege an den Mördern,Meineidigen, Hoffärtigen, Hurcrn, Räubern, Vielfräßen, üppigen Geist-lichen und Ruchlosen vorüber bis zum Lueifer, und an den Lauen, denwenig Guten, den Wohlthätigen, Märtyrern, Geistlichen, um die KircheVerdienten vorbei bis zu den Zwölfbotcu und Weissagen. AchnlicheVisionen wie diese hatten schon seit dem 89. Jahrhundert lateinischeDichter beschäftigt; sic waren in den minder erregten Zeiten und in dergelehrten Sprache im Verborgenen geblieben, jetzt wurden sie so eifrigverbreitet und so wahllos hervorgesucht, daß es den weltlicher gesinntenGeistlichen selber zu viel ward, daß sich diegoliardischen", fahrendenKleriker, die im 12. Jahrh. der lateinischen Lyrik oblagen, mit beißen-dem Spotte dagegen erhoben. Die Allegorie von dem Streit des Leibesund der Seele, die schon in einer angelsächsischen Handschrift des 10.Jahrhunderts verkommt'^), knüpfte sich im 12. Jahrh. an den Namendes heiligen Philibert und fand in lateinischen und französischen Bear-beitungen schnelle Verbreitung^"); sie ging dann in alle Sprachen Eu-ropa's, und so auch ins Deutsche (erst im 14. Jahrh.) über, ein eben sobeliebter als finsterer und mönchisch behandelter Gegenstand, der vondem verwandten Inhalte eines brctagnischcn Volksliedes, das in freund-lich frommer Weise die Trennung von Leib und Seele als den rührendenAbschied zweier lieber Freunde darstellt, himmelweit übertroffen wird.

174) In Hahn's Gedd. des 12. und 13. Jahrh. Die Bruchstücke des zweiten,niederrheinischen Tundalus bei Lachmann a. a. O.

175) du blonil, pnosios popul. I-Uines. p. 218. VVrigbt, poems os>Valtei-illapos. p. 321.

17k) S. Karajan'S Schatzgräber. 1842.