Legenden. Kaiscrchrvnik.
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Tegernsee, die Stätten der heiligen Dichtung, die uns langcher bekanntsind; Andere wie der Servatius und Anno, Veronica und Vespastan,Aegidius und Albinus führen uns theilS dem Stoff, theils der Spracheder Dichtungen nach in das niedere, nordwestliche Deutschland. Weni-ges unter allen verdient in unserer Ansicht und nach unseren Zweckeneiner ausführlicheren Erwähnung. Die Marter der h. Margareta,in dem trocknen und strengeren Stile dieser Zeit, von Haupt aus einerjüngeren Handschrift in ihre muthmaßliche Gestalt hcrgcstellt; dievonThatsachen entblößteLegende von dcmBischoff St.B onus^°H, unddie eben so reizlose von St. Ulrichdie nach dem Latein des Bernsvon Reichenau um 1200 von einem Albertus iu deutsche Reime gebrachtist, begnügen wir uns erwähnt zu haben; so auch die Sage von Ve-ronira und VeSpasian"^), j.n welcher der Bruder Wernher vomNiedecrhein, den wir schon früher genannt haben, die Entstehungsge-schichte vom Tuch der Veronica erzählt, zu der er, um sie nicht allzu ma-ger zu lassen, das Leben Jesu sammt den Weissagungen und Bezeichnun-gen im alten Testämente hinzuzicht. Eine Auönahmsstellung nimmtder h. Servatius ein, der in die 70er Jahre des 12. Jahrhundertsfällt""). Das Gedicht, dessen Schluß uns fehlt, behandelt das facten-arme Leben des Heiligen, der dem gottlosen Tongern den Einbruch At-tila's gcweissagt hatte. Kaum in der Hälfte des Gedichtes sind wir beides Helden Tode; dann folgen die Wunder, die an seinem Sarge, anseinem Namenstage, in seinem Namen geschehen sind. Nur insoferndies legendarische Wundergeschichten sind, steht das Werk in Verbindungmit den übrigen Legenden der Zeit; sonst gilt cs dabei nicht um innereErhebung und Aufschwung der Seele, sondern um Erzählung; Schlach-ten, die an des Heiligen Todestage geschlagen wurden, werden weit-läufig beschrieben. Tiefer dagegen von Seiten der religiösen Auffassung,sowie blühender in dichterischer Behandlung sind die Mariendichtungcnder Zeit, vor Allen, wenn wir von dem vorhinerwähnten ungedruckten
160) In Haupt's Zeitschr. I, 151.
161) Ebenda I, 208.
162) HSg. v. Schmetter. München 1844.
166) Wernhervom Niederrhein hsg. v.W. Grimm. I83S. Vgl. Haupt's Zeitschr.I, 426. Zn seiner „Sage van dem Ursprung der ChristusLilder" 1844. verfolgt W.Grimm den Zusammenhang dieser der lateinischen Kirche angehürigen Legende mit derälteren griechischen, von historischen Verstößen freieren Sage von Abgarus.
164) In Haupt's Zeitschr» 5, 75 ff.