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1 (1853)
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169
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Legenden. Kaiscrchronk.

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lieferung. Genau so finden wir etwa einen Roland mit Karl, Hilde-brand mit Dietrich, Hagen mit Günther ursprünglich verbunden; dasMeiste aber, was von der Zwölfzahl versammelter Pairs im Ganzenund Einzelnen gedichtet ward, ist schon darum mehr der Erdichtung ver-dächtig als des volksthümlicheu geschichtlichen Grundes fähig, weil dieErfindungen so dürftig und einerlei sind und die Charaktere selbst aufdie Gruppe der Jünger zurückweisen. Auch außer den Jüngern knüpftemau an jede Figur des neuen Testamentes neue Sagen an, die sich oftgenug als die eitelste Erfindung vcrratheu und dennoch ungeheure Ver-breitung, und in diesem Sinne Volksmäßigkeit erlangten. Dieser Artist das, was vom Antichrist, von Pilatus, von Judas, von Maria er-zählt ward: die Thatsachcn, die Benennungen, die Handlungen, dieman ihnen leiht, fließen aus Namenerklärnngen, aus Nachahmungenund Entlehnungen, aus dem Streben zu ergänzen und auszufüllen. Dieganze Reihe der Legenden von den Heiligen und Märtyrern aus denrömischen und späteren Zeiten schließt sich endlich an jene älteren Stoffean und ist so außerhalb dieses Verbandes gelegen, wie die Rittergedichtevon geschichtlichen Helden späterer Zeit außerhalb der alten Sagenkreise.Und endlich, nachdem der ganze epische Stoff erschöpft ist, geht man ansdie lehrhafte und lyrische Behandlung der christlichen Ueberlieferungenüber, ganz so wie es in der Geschichte der weltlichen Poesie der Fall ist.

Diesen Verlauf, der sich in der heiligen epischen Dichtung im All-gemeinen darstellt, kann man weniger vollständig, aber doch deutlich ge-nug auch in unserer deutschen Poesie allein verfolgen. Wir haben vonden beiden Evangclicnharmonicn im O.Jahrh. an bis zu Ava's Leben Jesuden Kern der Christuösage fast ausschließlich behandelt gesehen; dieösterreichische Dichtung des 11. Jahrhunderts bearbeitete die alttesta-mentliche Geschichte in Beziehung auf sie. Weiterhin ging man auf dieNebenfiguren des neuen Testamentes über; wir fanden schon im 11.Jahrh. die ersten Beschäftigungen mit dem dichterischen Preis der Mariain Oesterreich, und im 12ten die Bruchstücke von Gedichten überdenTäufer Johannes und den Apostel Paulus. Noch ehe aber diese letzt-genannten Dichtungen des 12. Jahrhunderts verfaßt waren, hatte manden weiteren Uebergang gemacht auf die Legenden von den christlichenMärtyrern der römischen Kaiserzeit, die in der sogenannten Kai fer-ch ronik erzählt sind, einem dem Wesen nach legendarischen Sammel-werke, das in seiner ersten deutschen Gestalt schon frühe im 12. Jahr-hundert entstanden ist. Einzelne der darin enthaltenen Legenden,wie die heilige Creseentia, haben offenbar schon vorher in abgetrennter