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1 (1853)
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Kreuzzüge.

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sprechen, und die letzte nur im Anfänge der ersteren etwas abgetrcnnt fol-gen, bald aber mit ihr gleichen Schritt gehen sehen, ein Beweis, daß dieDichter sich des Zeitgeistes mit Bewußtsein bemächtigen. Daß die Dich-tung unter der Fortdauer der Begebenheiten sich dieser selbst bcmeistcrnwill, daran werden wir sie noch entschiedener scheitern sehen, als dasVolksepos an der Völkerwanderung. Im größeren Maße wiederholt sichjetzt in Europa, was wir in Deutschland bei unserem Nationaleposgesehen haben. Erst als man aus der Ferne die geschlossene Reihe derEreignisse überblickte, gelang es, sie in ein dichterisches Bild zu bringen.Wunderbar, daß Michaud geklagt hat, daß, wenn uns das Mittelaltereine Ilias oder eine Odyssee geschaffen hätte, die Musen sich eine neueden Alten unbekannte Bahn gebrochen haben würden^')! Haben siedenn nicht, haben wir keine mittelalterliche Ilias? Man lerne an diesemAusspruch des geistreichen Kenners, wie nothwendig es irre leiten mußte,wenn man die christlich-heidnischen Kämpft in Europa von der Erzäh-lung der Kreuzzügc ausschloß; man lerne zugleich an diesem Beispiele,wie die große ausgedehnte Bühne der Begebenheiten der neuen Weltnicht allein die handelnden Männer oft irrte, nicht allein die dichterischenBeobachter blendete, nein auch wie sie noch nach Jahrhunderten den for-schenden Geschichtschreiber überwältigt. So weitläufig und viel sichMichaud mit Tasso beschäftigt, so fällt ihm nicht einmal Ariosi ein! Undwas fehlt Ariost zu einem mittelalterlichen Homer und seiner Muse zueiner vollkommenen Eigcnthümlichkeit? Nichts, als was die neue Weltihm und ihr so wenig bieten konnte, wie Griechenland dem Homer das,was im Ariost original ist, nichts als jene plastische Sicherheit und Ein-fachheit, die nur ein Grieche haben konnte. Wie sich die HomerischenGedichte erst in Jahrhunderten vollendeten, (nur daß wir nicht Nachwei-sen können, wie geschah,) so war es bei dem Epos Ariosts, welchesdie mittelalterliche Welt in sich schließt, und dessen Wachsthum und Ent-stehung wir vollkommen verfolgen können. Ein einziger ungeheurerCyrlus umfaßt die ganze epische Dichtung des europäischen Mittelalters,der vollkommenste Kreislauf, den die Geschichte in irgend einem Feldebeschrieben hat. Sie geht von der Arthus- und Karlssage ans, undkehrt im Ariost dahin zurück; sie beginnt mitReiseabentcuern und hört inCamoens und Errilla damit auf; sie ergreift gleichzeitig die Begebenhei-ten der Kreuzzüge und Tasscr nimmt sie wieder auf, mit dem ähnlichenVersuch, Poesie und geschichtliche Treue zu verbinden, den die frühere

155) Uidiaud, Ins!, des oeoisades. t. V, 32-i.