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1 (1853)
Entstehung
Seite
156
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186 Uebcrgang ;u der ritlcrl Poesie der hohciiflauf. Zeit.

Revolution von so großem und allgemeinem Charakter, daß man inNach-weisnng besonderer, einzelner Einflüsse äußerst vorsichtig sein muß, umnicht mit Kleinlichkeiten ihre großen Züge zu entstellen. Die Art, wieman diese Einflüsse auf die geistige Bildung zu berechnen Pflegte, ist hierbezeichnend genug; und dies haben seht auch die neueren Geschichtschrei-ber alle behauptet, daß diese von äußerst geringer Bedeutung waren.Wenn man in der Dichtung der Troubadours und Minnesänger arabi-sche Einwirkungen gefunden hat, so scheint dies keines Wortes der Wi-derlegung werth; denn wer nur einmal erwogen hat, in welchen Ver-hältnissen Christen und Mauren in Spanien standen, wie hier trotz denJahrhunderten der Einwirkung der maurische Einfluß in aller Hinsichtunbedeutend ist, wie in der Dichtung z. B. die maurischen Muwachchah,die sich so nahe mit den spanischen Romanzen berühren, von diesen ver-schieden sind, dem wird aller Zweifel schnell gelost sein. Wir suchen da-her die Quelle der Dichtung überall im Innern der Nationen, folgenihren Veränderungen und forschen äußerlich nach den Ereignissen, die zuihrer Anregung, Richtung und Entfaltung beitrugen. Ans diesem Wegefanden wir, daß die Dichtkunst unserer Nation bis dahin zwei Seitenbot, eine nationale und eine antike; wir fanden in Staat und Culturdie deutlichen Zeichen, daß dem Volksthümlichcn und Neuen von einzel-nen Männern, welche die Bildung des Alterthums anffaßten, eine antikeWendung gegeben werden sollte, die der eigenthümlichcn EntwickelungGefahr drohte. Diese Gefahr ward in Deutschland zuerst durch diefränkische Kaiserzcit, welche die Bildung überhaupt störte, unschädlichergemacht, durch die Krenzzügc aber dergestalt aufgehoben, daß seitdem diealtklassische Bildung erst dann wiedcrAnfnahme fand, nachdem der volks-thümliche Charakter gegründet und gesichert war.

Dies ist der Gesichtspunkt, aus dem eine Geschichte der Krcnzzügeentworfen werden muß, wenn sie die Natur dieser außerordentlichstenUmwälzung, welche die Welt je sah, mit Bestimmtheit angcben, wenn siealle näheren und entfernteren Wirkungen, ihr Vcrhältniß zur Hierarchie,zur Aristokratie und absoluten Monarchie des Mittelalters mit treffenderWahrheit und Schärfe Herausstellen will. Die Krenzzügc legen erst dieIdeen der alten Welt ab und setzen christliche und neue an die Stelle; siebilden die große Umwälzung von der alten zur neuen Welt. Bis zuihnen hatte das Griechische und Römische nie ansgehört, das geistigeReich zu beherrschen; von jetzt beginnt jene schrankenlose Herrschaft desGcmüths und der Empfindung, welche den schärfsten Gegensatz desMittelalters gegen die römische Zeit bildet. Die Art, wie durch sie