Krcuzzüge.
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Christen- und Heidenthums cingcschlosscn werden; die Angriffe der Sa-razenen auf daö südwestliche Europa und die drohenden Wenden imOstcnhalfen durch die nähere Gefahr den Angriffskampf der Christenheit mehrHervorrufen, als die Wallfahrten und die Bedrängung der Christen inJerusalem, woraus man die ganze Erscheinung gewöhnlich herleitctc.Erst mußte das, was in Spanien gegen die Mauren und in Sieiliendurch die Normannen geschah, die französische Ritterschaft erregt und ge-spannt haben, ehe die Predigten eines Mönchs so ungeheure Begeisterungerregen konnten. Von Spanien gehen diese Kämpfe zwischen Osten undWesten aus und dort endigen sic; dort schließen sie sich unmittelbar andie Entdeckung der neuen Wege nach Indien an, die eine natürliche Folgevon dem gestörten Handel in dem verlornen Osten war. Nur dann,wenn man, wie Michaud zu furchtsam gethan hat, die Verbindung derKrcuzzüge mit diesen geographischen Entdeckungen und den industriellenVerhältnissen der neueren Zeit nachwcist, ist man im Stande, ihre Wir-kungen und ihre Bedeutung im größeren Maße zu überschlagen; garwenn man sich scheut, diese entfernteren und späteren Einflüsse überhauptgelten zu lassen, so muß der eigentliche Kern dieser endlosen Bewegungunseren Blicken ganz entgehen. Denn in der neueren Zeit hat nichtseine unmittelbare Wirkung. Der Raum und die Masse, die sich im Raumedreht, ist in dem neueren Europa zu groß, als daß selbst die Geschichteund das Schicksal sic leicht bewegte und gestaltete. Die Reformation,gewiß eine nicht minder außerordentliche Erscheinung, ging vorüber undihre unmittelbaren Folgen waren für den Augenblick groß und glänzend,doch traten ihre eigentlichen Segnungen erst Jahrhunderte später hervor.Wir haben einem gewaltigen Schauspiele in Frankreich zugesehcn; alleinzu welchen unmittelbaren Ergebnissen hat cs geführt? und doch würdenwir die Vorsehung anklagcn, wenn wir denken wollten, jene furchtbareErschütterung sei nichts als eine gräßliche Tragödie der Geschichte ge-wesen, ohne weiteren Erfolg, als den wir innerhalb der Begebenheitenselbst beobachten konnten. So ists mit den Krcuzzügcn. Was sie in demZustand der Gesellschaft im Einzelnen, in der nächsten Zeit änderten,war für einen Augenblick eben so überraschend und glänzend, allein nichtaus die Dauer; und wenn man daher z. B. die Vorthcile und Nachthcileaufzählte, die sie den einzelnen Ständen brachten, so machte mau einelange Rechnung, in der sich Schaden und Nutzen vollkommen einanderaufwogen. Auch wäre es wunderlich, wenn sich die Geschichte der Ständenicht überall, wohin auch die Krcuzzüge wenig oder nicht drangen, imWesentlichen ebenso hätte gestalten sollen. Die Kreuzzüge sind eine