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Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.
„Madoo" nennt, vermnthct er in Willem Utcnhove, einem Geistlichenvon Aerdcnbnrg in Flandern '"O). Von da an ward dieses vereinte Werk,das man nach Grimms Bemerkung bald als ans Einer Feder geflossenansah, erst in eine Prosa nmgcwandelt, „die großen Beifall erlangteund ihre Quelle, die älteren Gedichte, in Kurzem ganz vergessen machte;— die sich sehr getreu an die Worte der Dichter hält und allenthalbeneine Menge Reime aus ihnen hat stehen lassen." Eben so genau hieltsich wieder an die Prosa eine englische Ncbcrsetzung, die schon zwei Jahre,nachdem jene 1479 in Gouda bei Gheraert Leu zum erstcnmalc gedrucktworden war, erschien. Nur die aus beiden geflossenen holländischen undenglischen Volksbücher haben verkürzt und entstellt. Sonst scheint sich jedeBearbeitung treu und redlich an ihr Bvrbild angeschlossen zu haben.Was war aber auch hier zu ändern »nd zu bessern, oder welcher Ruhmmit Acndcrnng oder Besserung einzucrndten? So entstand aus dem flan-drischen Rcinacrt der nicdccsächsische Reineke, dies Buch, dessen räthscl-haftc Entstehung so viele Federn früher in Bewegung gesetzt hatte, undauch jetzt noch eine Aufnahme der Untersuchungen durch Grimm veran-laßt hat, ans welche wir verweisen. DieS Werk ist unmittelbar aus denniederländischen Gedichten geflossen, nicht ans der Prosa, schon weil sehroft die gleichen Reime beibehaltcn sind; die Zusätze, Auslassungen odersonstigen Verschiedenheiten sind, was den Stoff angcht, kaum anzuschla-gen. Diese nicdersächsische Ucbersetzung ist der Schlußstein des Ganzengeblieben; in Deutschland erlebte sie bis ans den heutigen Tag eineMenge von Auflagen; hochdeutsche Uebertragnngcn, und wieder ausihnen geflossene lateinische Ncbcrsctznngen wetteiferten, so sehr das Ge-dicht darin verlor; wo sich noch Jemand erlaubte, sich bedeutender vondem Torte zu entfernen, rächte sich das Unterfangen von selbst; aus demniederdeutschen ging es ins dänische, aus dem dänischen ins schwedische,aus schwedischen Versen in Prosa über, und cs soll in isländischer Ue-bcrsetzung eristircn. Ins Unendliche vervielfachte sich dieses Eine vonWillem ausgegangene Gedicht! Der kühnste poetische Schöpfer der neuen
in London eine Handschrift des Ganzen verkäuflich sei, und das Gouvernement kauftees für die burgnndische Bibliothek in Brussel. Der Tert dieser Hs. ist verschieden vondem Terte GräterS und Grimms, eine jüngere Umarbeitung. Willems ließ in seinerAusgabe Grimms Abdruck als Grundiert stehen und gab die Varianten zu.
150) Jouckbloet, xeLoliioüeois «Ion mnl. (Uclulennsr I, 185. widerspricht dieserAnnahme, weil er die Umarbeitung frühestens in das letzte Fünftel des 13., und liebererst in den Anfang des 14. Jahrh. setzte, Utenhove aber vor 1280 schrieb.