Nein hart Fuchs.
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Zeit hat es seiner Muse nicht unwerth geachtet, ihm neuhochdeutscheSprache und klassische Form zu geben und er wagte es nicht, sich nuraus Schritte zu eutsernen! Noch neulich hat eS S.Naylor in einer alter-thümelnden Bearbeitung den Engländern wieder näher gebracht. Au die-sem alle Jahrhunderte und allen Zeit- und Nationalgeschmack überdau-ernden inneren Werth zergeht der Renart ganz eigentlich, der nicht ein-mal im Geschmack seiner Landsleute die späteren matten Nachäffungenverdrängen konnte!
Aber welch ein Werk ist auch dieser Reinacrt gegen den Renart!Hier istwirklich jeneThierwelt eine poetisch abgeschlossene Welt, in welchevor Allem keine Thierfabeln sich mimischen. Neberall wo dies geschehenist, da ist der innere Gang gestört, denn diese Dinge sind alle zu vereinzeltund haben in sich zuwenig epische Anlage, als daß sie sich je ohne Zwanghätten einstigen lassen; dazu trugen sie überall in den Dichter, der sieaufnahm, einen Hang zum Moralisiren oder Allegorisiren über. Nichtsder Art ist hier. Es ist das ächte Thicrmährchen, und nur das Thier-mährchen, das in seiner rhapsodischen Gestalt in sich nach Ergänzungund Erweiterung rang. Indem der Dichter streng den Kreis der äußerenZustände der Thiere festhält, bringt er keine Menschen ins Spiel, alswo sie, wie in der Wirklichkeit, ihre Feinde, die Raubthiere verfolgen;sie spielen im Gcgentheil wie halb räthselhafte Wesen nur in der Fernemit, und es ist nicht daran zu denken, daß sie mit in den Vordergrundträten oder mit den Thieren sich unterhielten und Händel mit ihnen ab-schlössen wie im Renart. Der Takt des ältesten Dichters hat, nicht inBezug auf die Verdünnung der Fabel, aber hinsichtlich dieses letzterenPunktes sogar seinen Nachfolger und Fortsetzer Willem entschieden be-stimmt. Noch scheint uns diese Reinigung des Bodens bei weitem nichtdie tiefste Seite des Gedichtes oder das größte Verdienst des Dichters.In der Fabel und Parabel bemerkten wir, daß auf Wahrscheinlichkeitnicht geachtet zu werden brauchte, wenn man den Thieren Tugenden undEinsichten beilegte. Die höchsten Sprüche der Weisheit, die gezogeneMoral mag dort dem Thiere selbst in den Mund gelegt werden; dasSchaf mag sich voll christlicher Selbstverleugnung zum Opfer darbieten.Aber in einer handelnden Welt konnte dies nicht geschehen; hier trennensich die Gesetze einer epischen, zusammenhängenden Erzählung und einesfragmentarischen didaktischen Gedichtes. Hier ward auch überall, wasdas Handeln selbst angeht, das rechte Maß beobachtet, wie wir sahen.Die Thiere aus einem niederen Kreise von Bestrebungen heraustreten zulassen, fiel keinem Dichter ein, selbst die französischen und lateinischen