Rcüihart Fuchs.
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äsopischen Fabel. Wie wollen nur ans einige Punkte ansmerksam ma-chen. In der äsopischen Fabel, wo die Erzählung so wenig Zweck ist,daß sie jede erzählte Begebenheit, sobald die Moral deutlich ist, fallenläßt ohne ihr Ende hccbeizuführcn, konnte Alles dienen, wenn nur derZweck erreicht ward; Thiere, Töpfe, Pflanzen, Menschen, Götter, Alleskonnte in der schönsten Gleichheit mit einander verhandeln, auch mensch-liche Einsicht durfte der Dichter den Thicren leihen, so weit er mochte.Das Thierepos aber, das in seinem Stoffe dem Dichter eine ganze, vonunserer wirklichen verschiedene, Welt an die Hand gab, machte es nöthig,daß der Dichter dieses fremde Geschlecht in seinen Handlungen und Trie-ben der wirklichen, menschlichen Welt nahe stellte, und je näher er darindie gemeine Wahrheit traf, desto besser war es. Kein Dichter, der einesolche erdichtete Welt verkörpern will, kann anders. Wenn er vomOlymp, vom christlichen Himmel, von Petrus oder Mephistopheles singt,so muß er nnverholen die Menschheit in jene Zustände oder Charaktereübertragen. Auch hier zeigt sich wieder der natürliche Gegensatz, in demdiese Thierdichtung mit jeder andern steht: der Dichter geht sonst ge-wöhnlich dem Stoffe nach von der Wirklichkeit aus, und sucht seine poe-tische Welt zu schaffen, indem er die Handlungen und das sittliche Trei-ben seiner Charaktere aus der Gewöhnlichkeit unseres Lebens erhebt;umgekehrt ist cs hier. Hier also würde man die beiden nothwendigenBedingungen der Thicrdichtnng suchen, daß sie auf der einen Seite dieThierwelt in allen ihren äußeren Beziehungen der Wahrheitgemäß schildert, und ihr nur menschliche Fähigkeiten (wir wählennoch den unbestimmten Ausdruck mit Fleiß) beilegt, um uns ihr inneresGetriebe zu erklären, und nur wo dieser letzte Zweck hier und da ein Hcr-ansgehen ans jenen wirklichen äußeren Zuständen verlangt, nur da darfman zugeben, daß cs geschieht, zumal da dadurch, wenn cS mit Vorsichtgeschieht, eine Steigerung der komischen Wirkung hcrvvrgcbracht wird,die hier zwar nicht absichtlich gesucht werden darf, aber darum nichtkleinlich geflohen zu werden braucht, weil die ganze Grundfarbe desThicrepos ironisch ist. Die ironische Schilderung hat es eigen, daß sieeine gleichmäßige Heiterkeit hervorbringt, die aber immer an Ernstgrenzen und lieber in satirischen Eifer oder in tiefe Gedanken überstreifenwird, als in oberflächliche und thörichte Späße. Zu dem ersteren wirdsie zum Thcil im Rcinardus, zum Thcil im Reineke gezwungen, zu demletzteren im Renart auf Weg und Steg, der Reiuacrt im ersten Thcilesteht mitten innc. Wenn sogleich im Eingänge zu dem französischen Ro-mane der Unglaube rege gemacht und auf die Thorheit der Annahme
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