Reinhart Fuchs.
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dem ältesten Theile dieser Kirche, der in der ersten Hälfte des 12. Jahr-hunderts gebaut ward, zweimal ein Wolf in der Mönchskutte abgcbildetist, wie er von einem Mönche (so weit sich aus den rohen Figuren schlie-ßen läßt) lesen gelehrt wird und dabei nach einem hintenstehenden Wid-der zurückblickt oder ihn faßt, so müssen diese Bilder nicht nothwendigals ein anderer Beweis für die Duldsamkeit der Geistlichkeit angesehenwerden, indem die Episeopalkirchen durchaus keine Ursache hatten, dieMönche zu schonen. Als Mönch aber tritt in den lateinischen Gedichtender Wolf immer auf. Ob in dem Bruchstück Jsengrimus, welcheseine Quelle des Rcinardus zu sein scheint und wohl den Umsang diesesletzteren gehabt haben mag, eine solche Schärfe der Satire gegen dasMönchSthum gelegen, wie im Reinardus, läßt sich nicht sagen, so langeman das Ganze nicht besitzt; es läßt sich indcß bezweifeln. Der Jsen-grimus fällt in das erste Jahrzehnt deS 12. Jahrhunderts; sein Ver-fasser scheint ebensowohl eilt Geistlicher als der des Reinardus, jener ausSüd- dieser aus Nordflandcrn. Er enthält nichts, was nicht auch derRcinardus, doch alles in viel größerer Kürze; das erste Abenteuer dortist hier von 528 auf 1200 Verse angewachsen. So wenig schon imJsengrim die Sprache einfach, so redselig, so mönchwitzig er schon ist,so ist doch hier der Gang der Erzählung mehr Hauptsache als dort, undeinzelne Züge stechen gegen die Behandlung im Reinard vor, z. B. diewenigen Verse (53 ff.), die den pulsfühlcndcn Arzt ganz vortrefflichschildern.
Dagegen ist der Reinardus, aus der Mitte des 12. Jahrhun-derts, wie jener in elegischen lateinischen Versen, ein unleidliches Ge-dicht. Der Titel ist willkührlich und es sollte billig wie jenes Jscngri-muö heißen, denn dieser ist der alleinige Mittelpunkt des Gedichts.Ucberall erscheint er hier als Abt, überall in der hungrigen Dürftigkeiteines Bettelmönchs, in mönchischer Dummheit, Unwissenheit und Ge-fräßigkeitDie Handlung, die Erzählung wird zur Nebensache;überall sucht der geistliche Verfasser '^) die ältere Quelle, auf die er ineinigen Stellen hinweist ^'), zu benutzen zu Ausfällen ans die Habsuchtder Geistlichkeit, auf die Ordensregeln, die Synoden, das verderbte
135) IleinarOus Vulgus eil. blau« I, 203. 1389. g. 115 und 203.
130) Nach Grimm lat. Ged. XIX. hat Lachmann den Namen des Verfassers,Magister Nivardus, entdeckt. Vgl. Willems im belgischen Mnseum 1842. 4. Liefe-rung. p. 426 f.
137) III, 1879. gavisam s c i'i p tu r a rskert I>>8 lusibus Main.