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1 (1853)
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134
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134 Die Dichtung in den Hände» der Geistlichkeit.

der Gegenstände ihrer geistigen Thätigkeit zu suchen, diese aus jenen zuerklären, dann ihren Wirkungen nachzuspüren und in Allein Zusammen-hang und Nothwendigkeit nachznwcisen.

War nun daS Thiercpos auf diesem Grunde der Volksthümlichkcüentstanden, so war es natürlich in jenen Zeiten, wo ein Unterschied derStände noch weniger fühlbar war, Allgemeingut. In jenen Zeitenmochte die Erzählung an und für sich dem Hörer oder Leser behagen unddie Freude an dem räthsclhaftcn Treiben der Thiere konnte ihm in dembloßen Stoffe Befriedigung schaffen. Allein sobald die Stände sich be-stimmter schieden, sobald nur das Mönchswesen anfing aufzukommen,und gar als cs anfing auszuartcn, sobald man ein asectisches Lebenüberhand nehmen sah, dessen Unnatur der schlichte Sinn deö Volkesempfinden mußte, sobald man in ein solch widersinniges Verrenken dermenschlichen Natur Heiligkeit und Seligkeit setzte, sobald man Tugendenpredigte, die man erst schuf, und daneben gar selbst die Tugendenversäumte oder ins Angesicht höhnte, welche die menschliche Gesellschaftseit Urzeiten als Gesetze anerkannte, ohne deren Aufrcchthaltung der Be-stand der Gesellschaft selbst eine Unmöglichkeit war, konnte cs da anderskommen, als daß diese Thierdichtnng, die ans der natürlicheren Seitedes Menschen festhaftcte, die stets der gemeinen Wirklichkeit anhing undstets mehr Ursache finden mußte, dieser sich desto enger anzuschlicßen, jehöher die Priester- und Rittcrwclt sich in ein ideales, luftiges Träumenund Treiben verlor, konnte eS anders kommen, als daß sie, auch ohnedaß ste es wollte, politisch, sittlich und ästhetisch einen Gegensatz gegendie höheren Stände, ihr Treiben und ihre Dichtung zu bilden anfing?Daß sie das Heilige und das Hohe herabzog, das Gemeine und denalltäglichen Wcltlauf ironisch in ein heiteres Licht stellte, hier und da dieUebertreibnng deö Idealen verspottete, und das Schmähliche satirischverfolgte? War auch keine Absicht, kein Bewußtsein der Art in den ein-zelnen Dichtern, so brachte der Stoff an sich dieses Verhältnis; mit sich.Jedes bessere Volksbuch in Deutschland allcgorisirt gleichsam die Zu-stände oder Schicksale eines Standes, einer Richtung, einer Eigcnthüm-lichkeit der Zeit, ohne daß eine Spur von Absichtlichkeit dabei wahrzu-nehmcn wäre. Dies eben ist cs, was einem Stoffe die wahre Volksthüm-lichkcit giebt; man sieht hier am auffallendsten, wie schr auS dem Ganzenhervorgegangen ein solcher Gegenstand ist. Ob nun aber dieser Gegen-satz zum Bewußtsein in dem behandelnden Dichter werden sollte odernicht, dies hing natürlich von dessen Geist und Persönlichkeit, es hingauch von der Zeit ab, in der er lebte und von dem Volke, dem er ange-