Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
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133
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Rcinhart Fuchs.

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Poesien, wie in seiner bildenden Knnst nur den Bezug auf Heroen undGötter; sein Blick war stets aufwärts gerichtet. Dieses niedere Gebietder Fabel überließ die alte Welt Sklaven und Fremdlingen (so Aesopund Lokman in der Sage); Sokrates zuerst liebte sich mit ihr zu be-schäftigen, der die Griechen zuerst lehrte auf Geringere als auf ihresGleichen zu blicken. Ausnahmsweise konnte in Griechenland eine Ba-trachomyomachie entstehen, denn freilich, was erschuf dieses Volk auchnicht! Aber eigentliche Wurzel schlagen und zu einer so ungemein reichenEntfaltung kommen konnte die Thiersage nur da, wo ein unvertilgbarerHang zum Stillleben und zur Naturfreude und ein Sinn für die kleine-ren menschlichen Verhältnisse obwaltete. Dies trifft in jeder Hinsichtauf Flandern ; in den allgemeineren ans Deutschland überhaupt. Hiermag das Thiccepos auch empfangen sein; groß gezogen, in die Weltgeschickt und wahrscheinlich auch geboren ward cS dort. Jene Gegendenhaben die niedere Malerei vor allen andern Ländern gepflegt, Landschaftund Viehstückc; sie haben auch die niedere Poesie gepflegt; und mandarf nur die Seencn lesen von dem verfolgten Wolfe oder Bären, oderzwischen der Katze und dem Priester, so wird man die vollkommenstenund ächtesten niederländischen Gemälde vor sich glauben. Jenen höhe-ren Sinn und Geschmack des Alterthums hat der Süden von Europawenig abgelegt, oder erst spät; erst spät erscheinen daher poetische Thier-stücke im Süden, nicht in diesem innigen Geiste und Ernste, sondernscherzhaft wie die Batrachomyomachie, welche sie auch erst erzeugte (Ga-tomachie u. dergl.). Ueberall ferner steht diese Art Malerei und Dicht-kunst in einer Parallele mit republikanischem, mit bürgerlichem Sinne,mit Achtung der niederen Stände, mit FrcihcitSsinn, mit Tyrannenhaß;sie fand daher überall nur da Eingang, wo diese herrschten. Dies istgenau die Scheide der Wirkungen des Reinhart Fuchs; cs ist ganz ge-nau die Scheide der Wirkungen der Reformation. Fast wird kein Un-terschied sein zwischen den Schicksalen dieses Gedichts in den einzelnenLändern und zwischen denen der Reformation; man achte nur auf dieungeheuren Anstrengungen, die für diesen Zweig der Dichtung und fürdie Reformation in Frankreich durch Jahrhunderte gemacht wurden, undwie man Beides fallen ließ und die Früchte verscherzte. Hier also führtdie Geschichte wieder auf eigene Ergebnisse, die aber so einfach als über-raschend sind. Was Grimm (p. XVI.) über die örtliche Einschränkungdes Thiercpoö bemerkt, wird man sehen, trifft hiergegen nicht den rech-ten Punkt und ist überhaupt unbestimmt. Dem Historiker aber kommtes vor Allem zu, in den Neigungen und Ideen der Nationen die Wahl