Reinharr Fuchs.
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Ganges und an der Schelde, wenn man noch dazu so allgemein ähnlicheDinge wie den im Hitopadesa in eine Kufe mit blauer Farbe gefallenenSchakal und den imRenart gclbgefärbtcn Fuchs auf Eine Ursage zurück-führcn will, so geht man hier von Voraussetzungen aus, die gegen alleGeschichte sind. Die Ansichten von volksmäßiger Dichtung führen hierauf Ucbertreibuug und falsche Anwendung. Unsere deutschen Forscher-Haben eine neue Sprachforschung begründen helfen; überall wies sie hierdie Verwandtschaft der neueren Sprachen auf eine ältere Quelle. Daswar natürlich, denn Sprachen kann man wohl aufs Unkenntliche ver-ändern, aber nie völlig ablegcu. Aber Sagen! Poesien! Die Kreuz-zügc haben fast jede Erinnerung an die Ottonische Zeit verlöscht; dieVölkerwanderung hat in der Heimat alle großen Erinnerungen getilgt,die vor ihr lagen; und durch diese ungeheuren Verwüstungen des Alten,und noch dazu durch wer weiß wie viele Jahrtausende der Wanderungenhätte sich die Fabel vom blau - und gclbgefärbtcn Fuchs erhalten! Wun-der genug, daß in der Sprache so Manches ansdauerte, in der beweg-lichen Sage können wir dies nicht aunchmeu. Und selbst in der Sprachescheint eS, als habe man zu wenig beachtet, daß derselbe Sinn der Beob-achtung derselben Gegenstände die ähnlichen Ausdrücke für den innerenEindruck auch unabhängig habe finden können und oft wird gefundenhaben. Wollte man von solchen Voraussetzungen uralter Gemeinschaftbei jeder Achnlichkcit in der Geschichte auögchen, dann gäbe es keinGesetz innerer Entwickelung und jedes Volk und jeder Mensch könnte kei-nen Schritt thuu, ohne zu entlehnen. Es ist derselbe Gedanke, wie wennman annahm, die ähnlichen Pflauzengestaltcn auf den Alpen und denKordilleren müßten von Vögeln herrühren, die unverdauten Samen ver-trugen ; aber dieser Gedanke war doch ein sehr unverdauter.
Was aber die Verschiedenheit des deutschen Thicrmährchens undder orientalischen Thicrfabcl und was ihre beiderseitige Abtrennung be-dingt, ist der Boden, auf welchem sie wuchsen. Der Orientale, der imAltecthum, mit Ausnahme von Juden und Persern, gar keine oder einehöchst magere Sage und Geschichte hatte, der nichts von Handeln undfreier Bewegung kannte, faßte in der Thiersage, wie in Allem, das All-gemeinste und brauchte es schnell zu einem Zweck, und ihr Zweck ergabsich von selbst. Die Art, wie die Thiere in den Fabeln aufgeführt wer-den, forderte eine weit geringere Vertrautheit des Menschen mit demThiere; allein für eine so genaue oft naturgeschichtliche Kcnntniß desThiers, wie sie in den deutschen Mährcheu sichtbar ist, für eine solcheBeobachtung der „Heimlichkeit der Thierwelt," gehörte ein ganz anderer
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