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1 (1853)
Entstehung
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130
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130 Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.

barem Wertste. Die innere Bedeutung der Namen der Hauptheldeu imdeutschen ThiercpoS führt auf ferne Zeiten des Ursprungs dieser Erzäh-lungen zurück^'), wo noch an keinen römischen Einfluß zu denken ist;die ganze Complieation dieser Dichtungen hat alle Zeichen erfinderischerRohheit, sinniger Einfalt, naturtreuer Beobachtung, eine Zugabevon Wildheit ist darin noch merkbar, die Römern und Griechen wider-standen hätte." Die von Grimm bezeichnten Stücke'^), welche durch-aus keine Spur von äsopischer Fabel an sich tragen, sind eben lautersolche M äh rch en; ihnen auch nur eine Lehre abzugcwinnen, möchte oftein großes Kunststück sein. Diese haben ihren Znwck in sich selbst, sic wol-len durch Stoff und Erzählung wirken. Sie haben jene epische Breite,die das ganze Mittelalter liebte und auch auf die Lchrfabel übertragenhat: aber sie widerstreben dem Charakteristischen der Fabel eben so sehr,wie das Charakteristische dieser jenen Mährchen widerstrebt. Ein ganzallgemeines Band umschlingt beide; wo die Fabeln in das ThiercpoS,das Thicrmährchen, die Thierschwänke Eingang fanden, mußten sie be-deutend verändert werden, wenn sic sich natürlich einstigen sollten. Dasbei weitem vortrefflichste Stück aus unseren Thicrepcn aber, das altnie-derländische aus dem 12. Jahrhundert, ist gerade darum so einzig, weiles die äsopische Fabel ganz auöschlicßt; und seine Fortsetzung fälltdurch nichts so sehr auf und ab, als durch die Einmischung solcher Fabeln.Wenn aber Grimm auch gewisse Theile iu den deutschen Epen, die Aehn-lichkeit mit den äsopischen Fabeln vcrrakhen, nicht von diesen hergclcitetwissen will; wenn er darum bei einer Annahme von früher Verpflanzunggriechischer Fabeln in den Zeiten des Verkehrs der Gothen und andererdeutscher Völker im byzantinischen Reiche so viele Schwierigkeiten findet;wenn er, weil mancher schöne Zug aus der äsopischen Fabel iu solchenEntlehnungen verwischt ward, diese nicht als Entlehnungen gelten lassenwill (als ob das Mittelalter nicht in Allem, was es von dem Alterthumherübcrnahm, das Schöne verwischt hätte!); wenn er darum in allensolchen ähnlichen Stücken, die sich in dem griechischen'Fabulisten und imdeutschen Epos blos allgemein entsprechen und nicht spätere, deutlichereErborgung vcrrathen, eine uralte Gemeinschaft, eine Verwandtschaft derSage, die sich auf ein uraltes Band des indischen und deutschen Stam-mes gründe, annimmt, so ist cs schwer ihm zu folgen. Abgesehen davon,daß sich Alles dagegen sträubt, wenn man zwei ähnliche Sagen am

131) Grimm e. I. Eml. i>. LtlXLIV.I3S) Ebd. i>. ccd,XVIl. in der Note.