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Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.
wenigstens als etwas Fremdes beschwerlich fallen werden. Die Thier-sabel ist einzig und allein im alten Orient ein einheimisches Erzcugniß;nirgends sonst ist sic wieder original erschienen, und das was in Deutsch-land original in der Thiersage ist, ist keine Thier habe l. Sie mag ihreersten Anfänge schon in den Zeiten gehabt haben, als die Menschen zuerstsich der Kluft zwischen Thier und Mensch bewußt wurden. Der ersteEindruck, den ein solches Besinnen in den Menschen Hervorrufen mußte,konnte kein anderer sein, als der der Erkenntlichkeit für Hülfelcistung undBelehrung, die er von dem Thiere empfangen hatte, denn in diesen Bezie-hungen lernte er eben die Thiere, die sich an ihn anschlosscn, und jene,welche diese befeindeten, d. h. eben jene welche fast ausschließlich in derThicrsagc anftreten, zuerst kennen, er lernte Kriegs- und Hausstand,Geselligkeit und Regeln der Geselligkeit von dem Thiere. Es gibt keindenkbares älteres Verhältniß zwischen Thier und Mensch als dies. Dahersind vielleicht überall die ältesten Sprichwörter jene, welche Zustände undEigenschaften der Thiere auf menschliche anweudcn, wo dann gleich sicht-bar ist, wie sich das Lehrhafte an die Beobachtung der Thierwelt knüpft.Durch jederlei Gestaltung der Thicrsagc von der ersten zur letzten ist diesfast allein durchgedrungcn, daß die geselligen Verhältnisse und Tugen-den oder Laster ihren Mittelpunkt bilden. Wenn der Versuch in den KestaUomanorum, christliche Moral daraus zu ziehen, so sehr gescheitert ist,so liegt eben hier die Ursache am Tage. Wenn die Tugenden der Thiereüberhaupt weniger Rollen darin spielen, als die Laster, so liegt das ebendarin, daß der Fricdcnsstand überall in der Gesellschaft vorausgesetztwird und nur deren Störung Anlaß zu Erzählung oder Belehrung gibt,und in diesem Sinne konnten auch die Tugenden der Freundschaft, derEinigkeit und ähnliche Eingang finden. Dagegen hat man cs vermie-den, dem Thiere in Fabel oder Erzählung Tugenden der edleren Mensch-heit, Frömmigkeit, Aufopferung beizulcgen, weil das zur Blasphemieoder zur Lächerlichkeit werden mußte. Ja das Thierepos scheint hier nocheinen Schritt weiter gegangen zu sein und ganz eigentlich die thierischeNatur des Menschen zu seiner Sphäre zu machen und alles Höherstre-bende in demselben grundsätzlich zu verspotten. Faßte nun der Menschjenen ersten Bezug zwischen sich und dem Thiere, so mußte die Lehreallerdings das Ursprüngliche in der Fabel, und die Fabel das Ursprüng-liche in der Thiersage werden. Die friedliche Fabel blickt auf den fried-lichen Urständ der Menschheit zurück, das kriegerische Thierepos auf denKriegsstand, der in der Entwickelung des Menschengeschlechts nicht dasUrsprüngliche sein kann. Zur Fabel genügte ein Nachdenken über des