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Dic Dichtung in den Handln der Geistlichkeit.
das Literarische und über die Persönlichkeiten der Dichter hinaus. Nunaber hat Jacob Grimm, indem er mit der Nachlese oder der sauberenAusgabe der kleineren auf die Thiecsage bezüglichen Stücke seine Abhand-lung über das geschichtliche Verhältniß, die Fortbildung, den Ursprungund das Wesender Thiersage geliefert, eine ganz andere Bahn gebrochenund ein Feld ganz neuer Betrachtung geöffnet. Da der Fleiß der For-scher um diese Gegenstände fortwährend beschäftigt ist, und, wie Willemssagt, die Fuchsjagd noch lange nicht zu Ende scheint, so werden wir hierzuweilen die Form des geschichtlichen Vortrags mit einem kritischen tau-schen müssen, indem wir den Ansichten jener Männer folgend unsereeigenen zu entwickeln trachten, deren Selbständigkeit wir übrigens nur inder geschichtlichen Betrachtung suchen. Zugleich müssen wir in Bezugaus das eigentliche Literarische ans I. Grimms Abhandlung verweisen,da wir dies überall voraussctzcn.
Grimm geht von der einfachen Bemerkung aus, daß dic Quelle derThierfabel in der Betrachtung der maunichfaltigen menschenähnlichenTriebe, der Fähigkeiten, Eigenschaften und Leidenschaften der Thiercliegt, die dem Menschen der ursprünglichen Gesellschaft bedeutend genugsein mußten, um ein engeres und vertraulicheres Band zwischen Menschund Thier zu schlingen. Blieben zwar in der Wirklichkeit immer Gren-zen gesteckt, „so überschritt und verschmolz sie doch die ganze Unschuld derphantasievollen Vorzeit allenthalben. Wie ein Kind, jene Kluft des Ab-stands wenig fühlend, Thiere beinahe für seines Gleichen ansieht und alssolche behandelt, so faßt auch das Altcrthum ihren Unterschied von denMenschen ganz anders, als die spätere Zeit." Es glaubt also an Ver-wandlungen der Thiere in Menschen, der Menschen in Thiere, an über-natürliche Kräfte und übermenschliches Wissen der Thierwclt; es leihtihr Kenntnis; des Schicksals der Menschen, und eigene oder menschlicheSprache. „Wo aber solche und ähnliche Vorstellungen (und sie scheinenbei Völkern auf halber Bildungsstufe am stärksten und lebhaftesten) indem Gemüthe des Menschen wurzeln, da wird er gern dem Leben derThiere einen breitem Spielraum, einen tieferen Hintergrund gestatten,und die Brücke schlagen, über welche sie in das Gebiet menschlicherHandlungen und Ereignisse eingelassen werden können." Demnach grün-det sich die Thierfabcl „aus den sicheren und dauerhaften Boden jedwederepischen Dichtung, auf uncrdenkliche, langhingehaltenc, zähe Uebcrliefe-rung;" sie steht, wie alles Epos, in stetem Wachsthum und schmiegt sichden veränderten Zeiten verändert an. Echte Thicrfabeln zu ersinnen, hältGrimm daher für widerstrebend; alle Versuche scheiterten, „weil das Ge-