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1 (1853)
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119
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Fränkische Zeit.

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der Dichter zu seiner Rede benutzte. Nicht allein aber bei diesem weltlich-gerichtetcn, auch bei unseren geistlichen Dichtern ist das Lehrgedicht so-gleich disriplinarisch, und hier und da satirisch bitter, wie wir es späterimmer finden werden. Hartmann wendet seinen moralischen Eifer gegendie Ritterschaft; er ist ein Mann des geistlichen Standes, den er preistund rühmt; derarme Knecht Heinrich" dagegen, von dem das Gedichtvon des TodcS Gehngede" ist'^) und der sich zu den Laien rechnet, eifertmit erklärter Bitterkeit gegen die Geistlichen, wiewohl er Ritter undFrauen ebenso wenig schont. Sein Gedicht, das alte Kraft und neueGewandtheit schön verbindet, läßt uns einen interessanten Blick auf dendamaligen Franenverkehr werfen. Der Dichter zürnt über den Frauen-umgang der Pfaffen, über ihr üppiges Leben, aus dein die Laien Arg-wohn nehmen. Wenn man das Himmelreich mit herrlicher Speise, mitwohlgcsträhltcm Barte und hochgcschornem Haare erwerben könnte, sowären sie alle heilig. Durch ihr böses Beispiel verleiteten sie die Laien,der Blinde führe den Blinden in die Grube. Nächstdem bezüchtigt er dieFrauen der herrschenden Laster, die cinhergchcn in langen Gewänden,daß der Falten Nachwurf den Staub erregt, als ob das Reich bei ihremh offartigcn Gange desto besser stehe, die mit fremder Farbe ans der Wangeund mit gelbem Gebäude über ihren Stand wegstrcben. Unter den Rei-tern herrschen die bösen Sitten, daß sie den Armen nichts geben und inihrer Unterhaltung nichts als buhlerische Reden führen und sich des Bösenrühmen, das sic thun. Der Dichter besinnt sich plötzlich, daß er überdiese Schilderung desgemeinen Lebens" von seiner Materie abge-kommcn ist; er hält uns die Schrecken des Todes, der die Eitelkeitendieser Welt zerstört, gegen die Herrlichkeiten des ritterlichen Lebens undFrauenvcrkchrs: überall blickt der Gedanke vaniiatnm vanilim hervor,der auch dem Pfaffen Lambrecht, dem Dichter des Alcrandcrlicdes, dieHand führte. Bei Dicmcr gilt es für sclbstvcrstanden, daß dieser Hein-rich derselbe sei mit dem gleichnamigen Verfasser einer Litanei '^), diesich voll Sündergrimm und Selbstverachtung mit gleicher Strenge gegensich selbst kehrt, wie jener Heinrich sich gegen die Welt kehrte. Eben soschreibt Diemcr demselben Verfasser das Gedicht zu, dem er in seinerSammlung (P. 29ö) den TitelLoblied auf Maria" gegeben hat. Der

122) Bei Maßmann a.a.O. >>. 343. der Herausgeber setzt es vor 1163, indem erden darin erwähnten Erchenfried ans den Abt dieses Namens vonMelk bezieht, der 1136starb. Diemer bezieht ihn auf einen früheren Priester dieses Namens in Göttweih»

123) In de» Fundgruben2, 215. Eine erweiterte und veränderte Recension in Maß-mann's Gedichten des 12, Jahrhunderts z>. 43 ff.