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1 (1853)
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Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.

und die dem Dichter ein Anlaß werden, vielmehr ein Gedicht zum Preiseder Zahl Sieben, mit Auslegung von allerhand, auch astronomischer,Gelehrsamkeit zu schreiben. Das Anegenge ferner, das wir oben er-wähnt haben, kann als ein Leben Jesu betrachtet werden; es gehörtdiesem Kreise enge an, wie mit ihm wieder ein weiteresLeben Jesu" ver-wandt ist, in dem die geschichtliche Erzählung uns wieder in andererWeise durch Lehre, Predigt und Deutung breit gemacht wird"'). Aufdas Anegenge nimmt noch im Anfänge des 13. Jahrh. Kourad vonFusseöbrunnen (in Nicderöstcrreich) Bezug, der aus apokryphenQuellen die Kindheit Jesn"^) schon in der Breite dieser spätem Zeit,aber noch ohne Schulfarbe und poetisches Zierwerk, mehr im Geiste jenerälteren Zeiten behandelte. Der Name dieses Dichters wieder bezeichnetbei Anderen, wie Hartmann'S Name bei Diemer, dcn VercinigungsPnnktverschiedener Merkchen. Für Wackcrnagcl ist cs ausgemacht, daß dieUr st ende eine farblose, legendarische Erzählung von Christus Tod,Auferstehung und Himmelfahrt von Fussesbrnnncn sei, für Pfeiffer,daß sie dem Konrad von Heimesfurt (in Schwaben) zugehvre,demVerfasser eines trockenen und leeren Gedichtes von unserer FrauenHinfahrt '"), der dann mit Fusseöbrunnen einerlei Person seinmüßte. Eine fernere Gruppe bilden die Dichtungen über den Antichristund das jüngste Gericht. Diese Stoffe hatten sich schon früher durchihre Anklänge an heidnische Vorstellungen dem heroischen Zeitalterempfohlen; im 12. Jahrh. gingen sic durch alle Welt in allen Sprachen,bis in die Gedichte des Pseudo-Talicsin und der wälschcn Barden dieserZeit; die Vorliebe für sic hing mit der sündbewußten Zerknirschung die-ses Geschlechtes, mit der abergläubigen Erwartung des Weltuntergangszusammen, und ebenso mit der Dentungösncht prophetischer Stellen desalten Testaments. Dem Leben Jesu der Ava sind zwei Anhänge überdiese Gegenstände beigcfügt. Hartmann nach einer Stelle in seinemGlauben" (Z. 1626) hatte von dem Welturtheile geschrieben, und dieseArbeit hat man wohl in dem Einen jener Anhänge gesucht. In demAntichrist, der dem Leben Jesu beigefügt ist, ist die Weissagung noch sehr

111) Von Pfeiffer herauSg. in Haupt'S Zeitschrift 5, 17.

112) In Hahn'S Ged. des.12. und 13. Jahrhunderts i>. 67 ff.

113) Bei Hahn 103. Das Gedicht nimmt seinen Stoff aus dem apokryphenEvangelium Nicodemi, einer Schilderung von Christi Leiden, Höllenfahrt und Auf-erstehung, von dem sich eine noch dem 12. Jahrh. angehörende Poet. Bearbeitung erhal-ten hat; s. darüber den Anhang zu diesem Bande.

11t) In Haupt's Zeitschrift 8, 156.