Fränkische Zeit.
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der persönlichen Verwandtschaft stehe, die geistige, literarische, zeit- undlandsgenössische Verwandtschaft in dieser Dichtuugsfamilie ist die größte.Wie verschieden die kleinen Eigenheiten der Sprache, der Verse, dcöVertrags sein mögen, im großen Ganzen sind alle diese Gedichte in demeinfach-strengen und trocknen Stil aller anfänglichen heiligen Kunst ge-halten, die des Schmucks entbehren kann um ihres Inhalts willen. Diemeisten dieser Dichter sind auch ihres Ungeschicks geständig, sie vertrauenaber alle auf die Hülfe dcö heiligen Geistes, den sie meist mit demselbenSpruche (»per, I,,I,i:> mea) anrufen, ihre Sinne zu berichten und ihrenungelehrten Mund zu füllen. Wie dieser Quell der Begeisterung, wiedie biblischen Stoffe ihnen Allen gemeinsam sind, so auch die von ihnengeschaffenen Werke: eines macht von dem anderen durch Aneignung,Nachahmung, Wiederholung den freiesten Gebrauch. Auch in dcnHand-schriften begegnet immer neben einem, auch noch ein anderes oder mehrereWerke aus diesem Kreise. Fast jedes einzelne hat dann eine zeitige Ueber-arbeitung auf österreichischem Boden erhalten. So hängen die VoraucrBücher MoseS' nicht allein mit der Wiener Genesis, sondern auch miteiner Ueberarbeitung in der Millstätter Handschrift zusammen E). Soist Avcckö Leben Jesu in der sogenannten Görlitz er Evangelien -harmonic überarbeitet'"") ihm eine Geschichte des Täufers Jo-hannes ungeschickt vorangefügt. Diese Gegenstände scheinen hier im12. Jahrhundert die zeitgemäßesten und beliebtesten geblieben zu sein.In Maria Saal in Kärnthcn sind Bruchstücke eines Lebens des Täu-fers Johannes vom Priester Adclbrecht gesunden worden, das ganzin diese österreichische Gruppe gehört; dcrDichtcr führt sich mit denselbenWorten ein""), die der österreichische oder steirische Priester Arnold vonsich gebraucht in seinem „Loblied auf dcu heiligen Geist" (bei Diemer p.333), eine schwerfällige Arbeit etwa aus der Mitte des 12. Jahrh., zumPreise des heiligen Geistes nnd der sieben Gaben, die wir ihm danken,
108) Karajans deutsche Sprachdenkmale des 12. Jahrh, Wien 1816.
10g) In Hoffmann'S Fundgruben 1, 127.
110) In Mone'S Anzeiger Bd« 8., wo die Bruchstücke zusammengestellt sind, heißtes p. 53.
üurcli 8nneti doliannis minne so vant mit sinem sinneunde mit des deiliAen Geistes gebe, dise okurrliclie redeein Priester liier ^delbrelit.und in Arnold'S Loblied bei Diemer x. 386.
durcli des lieilixen feistes minne, so vant disiu eliurrlieliell rvoi>tein Priester liier i^rnolt.
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