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1 (1853)
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106
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106 Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.

that, der sinnig war und durch sein Weib mit dem Sitz der aufkeimendenCultur verbunden, doch aber keine Jongleurs und Boufsons bei seinerHochzeit dulden wollte, war durchaus vorübergehend; die übrigen Kai-ser waren ohne Bildung. Der Adel hatte die Schule, welche die großenKarl und Otto seinen Söhnen aufgedrungen hatten, wieder abgeschüttelt,und verschmähte wieder die Laienbildung, noch im Sinne der alten He-roenzcit.

Die Männer der hohen Geistlichkeit, ein Hanno oder Albert vonBremen, fanden cs vortheilhafter, sich in einer andern Sphäre umzu-treiben, als der gelehrten. Welch ein Beispiel ging auch von Rom aus,unter jenem Benedict IX., oder in anderer Art später unter Gregor VII.,beide nur geeignet, jenes, die Zucht und das geordnete Leben in denKlöstern aufs scheußlichste zu verderben, dieses, die mönchischen Gelehr-ten in den Kampf der weltlichen und geistlichen Oberhäupter hineinzu- >reißen und eine politische, kirchliche, schriftstellerische Parteisucht undHeftigkeit zu gründen, wie sie keine Zeit vorher kannte. Wie endlichkonnte unter der Verwüstung und Plünderung, unter dem Raub undMord zur Zeit Heinrichs IV., während des großen Jnvestiturstreites10751122, irgend eine geistige Betriebsamkeit entstehen, oder nur,wo sie bereits bestand, sich erhalten? Mit Recht hat Stenzel zur Ver-gegenwärtigung des inneren Zustandes von Deutschland in jenen schreck-lichen Zeiten nichts Lebendigeres geben zu können geglaubt, als die Er-zählung des Abts Rodulf von St. Tron von den Schicksalen seinesKlosters im Anfänge des 12. Jahrhunderts ^o). Mit nichts anderem !kann man diese Semen der Anarchie, des brutalen Soldaten- und Raub-wesens und der Auflösung aller geselligen Bande vergleichen, als mitden ähnlichen Schilderungen aus dem dreißigjährigen Kriege. Bliebenauch hier und da die Klöster eine Zuflucht- und Ruhestätte für die Un-glücklichen, die sich während des Kampfes der Gegcnkönige und der wil-den Faustherrschaft des Ritteradels hierhin zusammendrängten; konnteauch daun und wann die Noth auf einzelne Geistliche wirken, sich zueiner frommen Geistesarbeit zu fassen, und andere, sich in herben Partei-schriften auszulassen; und mochte dann auch gerade jener Zusammenflußder Flüchtigen beitragen, solche Erzeugnisse auszubreiten, so blieb dies

95) zvipp» paneAz'r. a<I Nearic. III. in Lanis.chöM. ant. p. 196.

lotis l'suronicis vacuuin vel turpe vicketur,ul llockrmt aln>uein, nisi ewi-icus accipiatur.

96) Stenzel, Geschichte Deutschlands unter den fränkischen Kaisern. I, 755 ff.