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1 (1853)
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Volksdichtungen in latein. Bearbeitung.

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denen er verkommt, mit Leichtigkeit nusscheiden könnte^), oder weilRüdiger von Pechlarn, der stets als Zeitgenosse Pilgrins genannt wird,aber freilich nicht in eigentlichen geschichtlichen Quellen erscheint, so enghineinverwebt ist,daß sich in dem Liede keine deutliche Spur einer Ein-fügung mehr Nachweisen lassen möchte"^); sondern weit mehr als ausallen diesen unterstützenden Gründen, weil die Zeit der Ottonen und dieEinbrüche der Ungarn das Andenken an die alte Hunnensage auffrischteu.Uralte Verhältnisse schienen sich zu erneuen, als an der Scheide des 9.bis 10. Jahrhunderts ein ungarisches (hunnisches) Reich im Osten undim Westen das burgundische hergestellt ward, das in engere Verhältnissezu Deutschland, innerhalb der Schwcizcrgrenze, kam; als König Ru-dolf II. (ss 937) seinen Ruhm ausbreitetc und mit den Ungarn zusam-menstieß, die 924 tief in "Burgund einbrachen, um an dem ermordetenKönig Berengar Rache zu nehmen. Solche Zeiten aber nehmen alteSagen in besondere Pflege, die von irgend etwas Entsprechendem inihnenselbst bestimmter daraufhingewiesen werden. Mit jenem Heinrich Iferner, der die berühmte Hunnenschlacht schlug, fing die alte HeldenzeitDeutschlands ganz an zu verschwinden und ein neues Ritterthum auf-zukommen; solche Zeiten aber, die einen frühem Zustand vollen-den, pflegen diesen Zuständen alsdann in der Dichtkunst Denkmale zusetzen. Gerade das schien uns aber das Eigenthümliche der Nibelungenzu sein, daß sie auf die scheidende Heroenzcit der Deutschen gebaut sind;gerade das macht sie so einzig in ihrer Art, weil kein anderes der aus-gewanderten deutschen Völker seine eigene Stammsage so zu behauptengewußt hat, obgleich sie Alle den Thatcn der Völkerwanderung näherstanden, als die Deutschen selbst. Wir müssen, wenn wir in diesen Zei-ten von den Nibelungen reden, uothwendig nur den letzten Theil insAuge fassen, denn wir werden weiter unten sehen, daß selbst nochspäter die Siegfriedsage damit nicht in der Art verknüpft war, wie in denBearbeitungen, die wir kennen. Dieser letzte Theil des Gedichtes aberist es gerade, in dem das höfische Ritterwcsen noch viel weniger, die alteHeldenzeit viel deutlicher erscheint; er trägt den Charakter der ältesten' deutschen Dichtungen. Jeder Sagenkreis des Mittelalters hat bei dergroßen Uebereinstimmung, die wieder sämmtliche oft unter sich zeigen,gewisse eigenthümliche und besondere Züge voraus. So ist es in Allem,was griechischer Herkunft ist, eine gewisse künstliche Maschinerie und Ver-

80) Lachmann über die ursprüngliche Gestalt der Nibelungen p. 10. II.SO) Ebd. p. 8.

G-rv. d. Dicht. I. Bd. 7