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1 (1853)
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96
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Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.

Dieser Name macht uns wieder auf unser nationales Epos, dieNibelungen, aufmerksam. Jener Pilgrin vonPassau, von dem unserzählt wird 8°), daß er einen deutschen Dichter aufgefordert habe, dieThatcn der Avaren und Hunnen unter den sächsischen Kaisern zu besin-gen, soll nach dem Schluß der Klage ^), dem bekannten Anhänge zurNibelungen Noth, auch die Begebenheiten, welche der Gegenstand derNibelungen sind, nach dem Berichte Swemmcls, in lateinischer Sprachevon einem Meister Konrad ursprünglich haben aufzcichnen lassen. Selbstdie, die diese Angabe für eine Erdichtung erklärt haben, wie W. Grimm^),müssen sich doch geneigt bekennen, das Dasein eines lateinischen Gedichtsvon dcnNibelungcn anzunchmcn. Es stimmte auch gar so gut zu den übri-gen lateinischen Quellen, diewir indiesenZeiten zu so vielen deutschen Ge-dichten späterer Zeit annehmeu können oder dürfen; es stimmte so gnt zuder Thätigkcit der Geistlichen in St. Gallen und Tegernsee, daß man sichauch in Oesterreich schon zu Pilgrins Zeiten (-s 991) um die deutscheSage bekümmert hätte, die sich hier loealisirte und später anhaltendeTheilnahme fand. Daß diese Zeit der Ottoncn für unser Volköepos eineDnrchgangsperiode, eine Zeit der Wiederaufnahme und Umgestaltungwar, wird man aus vielen Gründen zu glauben geneigt. Nicht alleinweil der Walthariuö ein Zcugniß dafür ist, daß damals die deutscheHeldensage lateinisch behandelt ward; nicht allein, weil obige Sagedarauf hinwcist; nicht allein weil das Christcnthum in die Nibe-lungen Eingang fand und der Gegensatz der Rheinländer gegen dieheidnischen Hunnen, der sich in diesen Zeiten am leichtesten ein-schlcichcn konnte; nicht allein weil der Markgraf Gero an den bekann-ten Zeitgenossen Otto's I. erinnert, oder weil Pilgrin in die Nibelungeneingcflochten ist (denn dies geschah so locker, daß man alle Stellen, in

86) klundt, ületropolis 8alisb. I. p. K6I. Das Gedicht versichert der Verfassergehabt und 1675 in die Bibliothek des Prinzen Albert von Baiern geschenkt zu haben.

87) Klage V. L1-4S.

Von Narorve der bisobot pilgerin durcb liebe 6er oeven sin

bier sebriben Nisin magre, «ie er ergangen «mre,

mit lackniseben buocbstaben, dar manr kür rvare Solde daben

«an im seit 6er videlaere 6iu büntliebiu magrervie er ergienb u»6s gsscbaeb, rvan er er bürte un6e saob,er un6e manic ander man. Dar innere brieten beganein scbriber, Meister linonrät.

Vgl. V» 17A8 sgg.

88) Heldensage p. lüg.