Volksdichtungen in lcttcin. Bearbeitung.
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» lich deutsche Sage vorgefundcn, alles übrige aber könnte unmöglich je inI dieser Weise im Volke gewesen sein, ja zum Thcil schwerlich vor den Ot-L tonenzcitcn überhaupt bestanden haben. Schon diese ganze Redseligkeit,A diese vage Bühne ohne Deutlichkeiten und sogar fast ohne alle Namen derz handelnden Personen sicht einer Erfindung und einem Erfinder ähnlich.Z DieBcschrcibungcn von Geschenken, die Freude an Festlichkeiten, Mahlen,Z kostbaren Gegenständen, Dienstverhältnissen, Gesandtschaften, Reden vcr-Z rathcn uns einen Geistlichen, dem der Hof und höfische Umgebungen1 nicht fremd waren, wie sie erst seit den Ottoncn in Deutschland aufkamen.H Und wirklich scheinen wir am Ruodlieb ein kostbares Denkmal zu haben,ß das uns crrathcn läßt, wie sich ungefähr eine gebildete höfische Dichtung? nach dem Heranstritt aus der heroischen Zeit aus sich selbst gestaltethaben möchte, wenn nicht die französischen Einwirkungen zugctrctcn) wären. Hier haben wir in dem lconinischen Hexameter gegen den rei-i neu im Walther ungefähr das Verhältniß der höfischen kurzen Reimpaare^ zu dem langen epischen Verse der älteren Zeit; wir haben prunkendeHofvcrhältnisse gegen die einfachen und rohen im Walther; wir haben' einen Helden, der die Harfe spielt und ritterlicher Künste voll ist gegens den KricgSmann dort; gegen jenes nüchterne Licbesverhältniß haben wiry hier eine Episode zwischen einem verliebten Paare, die vollkommen alsH Vorläufer jener naiv schalkhaften Secnen bei Heinrich von VeldckeZ erscheint, tändelnde Liebesspiele, sehr einschmeichelnd vorgctragen, denZ Charakter eines zierlichen, schnippischen, gewandten Mädchens, in dessen! Z Munde gewisse derbe Späße bei der Verlobung noch etwas fremd und
^ z unpassend stehen; wir haben jene gelehrten Ostentationcn, die später die
^ ritterlichen Sänger von den geistlichen dieser Zeit übcrkamen. Jene Freude^ an fremden Sagen von Naturwundern, von denen später daS Gedicht) von Herzog Ernst voll ist, tritt hier besonders stark heraus. DiesesE Mythische ward uns aus der Fremde eingeführt, als wir uns in jenen
H Zeiten zum erstenmal der Fremde ans der Ferne, von festen Wohnsitzen
Z aus, durch Buch und Ueberlieferung näherten. Dem neuen Hange nachi l diesen Sagen sröhnte bald die Dichtung. Die Befreundung mit derThierwelt, die Erzählung von ihren wunderbaren Eigenschaften undi Kunstfähigkeitcn, die uns hier gelegentlich begegnet, liegt auf Einer Liniej mit den ersten Gestaltungen der Thiersage, die wir in diesen Zeiten vonBelgien werden ausgehcn sehen. Ein langes Fischverzeichniß, eine Vor-l schuft, wie der Luchöstein, wovon die Alten fabelten, von dem neidischens Thiere zu erhalten sei, die Beschreibung zweier abgerichtetcr Tanzbären,das vergnügte Verweilen unsers Dichters bei einem Staar, der das