Volksdichtungen in lcitcin. Bearbeitung.
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und 1>. Jahrhundert bei norddeutschen Bauten verwendet. Musik undBaukunst fingen an zu blühen, ja, dürfte man es glauben, so gab es inderZeit der Ottonen Bildwerke in Stein und Gyps, und Schlachtgcmäl-de, die von tauschender Lebendigkeit waren. Diesen neuen Bildungsvcr-hältuissen und Richtungen entspricht cs nun ganz, daß wir im 10. Jahr-hundert Plötzlich unsere deutsche Dichtung der Sprache des Volkes gleich-sam entrissen nud in lateinisches Gewand gekleidet finden, und daß dieGeistlichen, die im 0. Jahrhundert vom Volke die Sprache und Formseiner Dichtung entlehnten, deren Inhalt sic verschmähten, jetzt umgekehrtdiesen Inhalt, deutsche Sagcnstoffe, ergriffen, sie aber in die Spracheund in die Formen der altrömischcn Poesie übertrugen.
Man kann cö beklagen, daß durch die Einwirkung dieser Fürsten dieNation ans Fremdes und Ausländisches im Politischen und Literarischenhingcwicscn ward, allein wenn wir die ganze innere und äußere Ge-schichte der Deutschen überdenken und überall finden, daß wir stets dasAnlchncn an die Menschheit außer uns vor der nationalen Selbständig-keit und Abschließuug suchten, daß alles Rcinnationalc bei uuS formlosnud unentwickelt liegen blieb, während wir bei jedem tieferen Kampfeoder Wetteifer mit dem Fremden an das Höchste rührten, so müssen wirvielmehr den Trieb unserer innersten Natur in jenen Männern bewun-dern. Denn bei all ihrem Streben nach Anßcn hat Deutschland keinegrößeren Fürsten und keine deutscheren Männer aufzuweisen, als ebendiese. Wenn wir die obigen Züge der inneren Betriebsamkeit dieser ZeitZusammenhalten, wenn wir hinzufügen, daß damals im Lüneburgischenund Bremischen der Mittelpunkt des nordischen Handels war, daß durchden Zufluß des italienischen und griechischen Geldes und die damals er-giebigen Bergwerke im Harz, Ncichthum, Verkehr und Handel zuerst leb-haft ward, wenn wir die Bedeutung dieser klassisch-christlichen Zeit undihr Verhältnis? zn der fränkischen und hohenstaufischcn besonders auch inder Literatur betrachten, so werden wir überall eine eigene Aehnlichkeitmit der Reformationszeit entdecken, die, was die Literatur angcht, zu derschlesischen und neuesten Zeit sich verhält, wie diese sächsische zu dem 12.und 13. Jahrhundert. Wo aber gab cs je eine deutschere und zugleichklassischere Zeit als eben die Reformation? Die Ursache ist, weil die Auf-nahme antiker Bildung, dieser Quelle aller Humanität, unserer eigenenRichtung und Natur zu allen Zeiten innerlichst zugcsagt hat. Dies zeigtesich gleich bei jenen Richtungen Karls und Otto's; in den auögewauder-ten deutschen Stämmen verschmolz die alte (römische) Sprache mit derneuen, in Deutschland pflanzte sie sich nur neben sie, und doch hat kein