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1 (1853)
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Christ!. Dichtungen im neunten Jahrh.

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s hat. Die Männer deö beschaulichen, aller Sinnenwelt entfremdetens Lebens konnten nichts Dichterisches leisten, was das Feuer der welt-D lichen Dichtnngsstückc dieser frühesten Zeiten verriethe, oder was nur mit> der Uebcrsetzung des BocthiuS von Alfred verglichen werden könnte, an4 der gerade die Stellen so herrlich sind, wo die ungeduldige Selbstthätig-« keit eines Mannes durchbricht, der an großen Erfahrungen und innererI Bildung gleich reich war. Selbst mit den biblischen Geschichten deö Caed-mon, die zur Vergleichung am nächsten liegen, können sich beide Werke," was die freie geistige Kraft und Selbstthätigkeit des Dichters angeht,nicht messen. Ucbcrall vielmehr athmet man hier die dicke Luft der Zelle.; Bei Rhabanus Maurus wird jede Wissenschaft, selbst Arithmetik undGeometrie auf das Christenthum, auf den Gebrauch in der Kirche bezo-gen. In dieselbe Abhängigkeit kam auch die geistliche Poesie. Es wäreeinseitig, wenn man an die Dichtkunst jederzeit Selbständigkeit fordernwollte; sie besaß sic nur höchst selten und hat oft, indem sie der Gelegen-heit diente, das Höchste erreicht. Nur aber Geisteszwaug muß sie nichtdulden dürfen und keine Beschränkung der Sinne, deren Freiheit undSchärfe ihr vor Allem nöthig ist. Die Musik, die von der EmpfindungauSgcht und auf die Empfindung zu wirken sucht, konnte in geschlossenerKirche und was feierliche Sammlung des GemüthS begünstigte, gedeihen,s aber nicht die Poesie. Daö Leben ist diesen Geistlichen durchaus fremd;s selten verräth ein irgendwo abgelesencs glückliches Bild eine Anregungi ihrer Einbildungskraft. Wo sich diese Paraphrasen etwas ungcwöhn-l licher heben, ist cs in Stellen, welche durch die Bibel eine Art von Ge-meingut auf dem ganzen Erdkreise geworden waren. Solche Stellen sindeben daö jüngste Gericht, das noch langehin ein Gegenstand deutscher, Dichtung blieb, oder die Beschreibung des künftigen Lebens; wir könntenzu Otfried Seitenstellen aus dem Koran finden. Wenn Naturerscheinun-gen, der Weg der Wolken, die Bahn der Sonne und des Mondes, der! Fluß des Regens, wenn Sturm und Wetter beschrieben werden, so war^ damit auf ein Geschlecht sinniger und einfältiger Menschen tiefe und große^ Wirkung zu machen. Mnhamed brachte mit solch einer Stelle jenenH denkwürdigen Eindruck hervor; der Ton des Korans und der Voluspas gleicht sich in solchen Fällen; durch das ganze Mittelalter sind dergleichens Schilderungen Lieblingöstücke der Dichter; solche Verse im alten und§ neuen Testamente führten dem Otfried und dem Nicdersachsen die Hand,H und wo sie einfach in die Uebcrsetzung des Tatian übergingen, sind sies in ihrer Anspruchlosigkeit noch schöner als in den Evangelienharmonien.