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1 (1853)
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79
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Christi. Dichtungen im neunten Jahrhundert.

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so heilige Dinge in seiner Sprache ausdrücken zu können. Dabei ist dasBernsen auf Autoritäten an ganz unpassenden Orten, daS sich noch un-passender im Mnöpilli und im Wessobrnnner Gebet findet, ganz charak-teristisch: cs geht durch das ganze Mittelalter durch und zeigt, wie sichalle neuere geistige Bildung stets an etwas Aelteres zu lehnen strebt.Wenn er auf Gegenstände gcräth, die ihm nahe liegen, wird im OtfricdNatur, Wärme und Wahrheit laut, wo vorher nur Zwang und Pfaffen-ton herrschte. Fremde Zustände aber sind ihm dunkel, ganz verwischt istbei ihm z. B. die herrliche Stelle von Christus Seelenangst und seinerJünger Schlaf auf dem Oelberg. Beide scheuen gleicherweise vor jedemjüdisch nationaleren Zuge und mit wahrer Ueberleguug vertilgen sie selbstbloße ganz allbekannte Namen, wie Jerusalem, oder geben, wo die Ver-meidung durchaus nicht angcht, wie einmal im Heliand mit Sodom,eine kurze paffende Erklärung. Der Nicdcrsachse schöpft unmittelbar ansdem Evangelisten und kennt nichts weiter die dichterische Form legtsich ihm ungesucht um seinen einfachen Stoff; aber Otfricd ist nichtallein von der Sache, er ist von den lateinischen geistlichen Sängernbegeistert, und römische Vorbilder aus den weltlicheil Dichtern stehen ihmvor. Er hat über Sprache und Reim gedacht, und so wie schon früherdie Kirchenväter gezwungen waren, dem Ansehen der heidnischen Hymneneine entsprechende christliche Gattung entgegenzusetzen, so war er kühngenug, jenen römischen Dichtern ein Werk in deutscher Sprache der Formnach entgegenzusetzcn'"), und mit dem Stoffe will er gegen die schmutzi-gen Volkslieder zu Felde ziehen. Auch dies vecräth den Schüler desRhabanus Maurus, der das Lesen der heidnischen Dichter empfahl, unddie Nachwirkung der klassischen Studien zu Karls des Großen Zeit.

Das Großartige eines solchen Entwurfs in einer dunklen Mönch-zeit, wo man kaum daran dachte, dem Volke das Verständnis; seinerReligion näher zu bringen, hat man immer gefühlt, und in Zeiten, dieviel Frömmigkeit und wenig Geschmack hatten, ist Otfrieds Werk von

88) klsliaiul. Inlrod. p. 1.

KS) I, I. V. 31.

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