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1 (1853)
Entstehung
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74
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74 Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.

niedersächsisch. Was jene für die nähere Kenntlich der althochdeutschenSprache bedeutet, theilt sie mit manchen anderen prosaischen Resten; fürdie altniederdeutsche ist diese eine desto unschätzbarere Quelle, je verein-zelter sie ist. Beide sind unter sehr verschiedenen Verhältnissen gedichtet.Ein ganz verschiedenes Christcnthum, eine ganz andere Bildung bedingteim Norden und Süden ganz abweichende poetische Erzeugnisse dieserArt. Im Norden fand das Christenthum, daS die Richtung seiner Aus-breitung von Süden her dem großen Strome der Wanderungen entge-gen nahm, erst später und langsamer Eingang zu den reiner deutschenStämmen, als im Süden unter die mit Kelten und Römern vielfach ge-mischte Bevölkerung. Im Süden predigten britische Apostel, die inEngland die Erfahrung gemacht hatten, nicht allein wie man rohendeutschen Stämmen am leichtesten den christlichen Glauben annehmlichmachte, sondern auch, wie man einen vorbereiteten Grund, der hier ausder römischen und gothischeu Zeit ähnlich wie unter den Briten, als dierömischen Missionäre hinkamcn, liegen und ähnlich gelitten haben mochte,bearbeiten müsse. Im Norden geschahen die Hauptschritte zur Verbrei-tung des Christenthumö erst durch Karl den Großen und mit Gewalt;es ward oberflächlich dadurch eingeführt, brauchte aber eben deshalbnicht von Missionären aubequcmt und entstellt zu werden. SpärlicheKlöster, sehr späte Kirchen, bis ins 12. Jahrhundert Wildniß und deralte Zustand der Germanen des Tacitus, einzelne Meierhöfe und Wäl-der von ungeheurer Ausdehnung, vor Heinrich dem Löwen erweislichwenig Anbau des Bodens, Städte in sehr geringer Anzahl, dies Allesläßt uns errathcn, wie lange sich heidnische Sitten und Gebräuche hierneben den christlichen erhalten haben mögen, so daß erst allmählig, imVolke und durch das Volk langsam wurzelnd das Christenthum Bodenfaßte, während es in dem Süden mehr eingeimpft ward durch Kultusund Priester. Dieser ursprünglichen Einführung gemäß hat sich auch in

tum (in küaeius oatal. testium veritatin ' Vgl. Lachmann über das Hüdebrandliedp. 5. Note) von Ludwig dem Frommen einem sächsischen Dichter aufgetragen ward, derdieses Werk tam luoide tamguv eleganter )uxta idioma illius linguae exgosuü, ntaudientibus et intelligenlibun non minimal» sui docnris duleediuvm praestet.Nanta namgnv engia verbnrum tantaguo exeellentia sensnnm resglendet, nt cun-eta 'plieudisoa gocmala suo rineat decorv. Lateinische Verse auf den Dichter, diedieser Vorrede beigefügt sind, sagen, er sei ein Bauer gewesen, den, wie den HirtenCaedmon unter den Angelsachsen, eine Stimme im Schlaf zu dem Dichtmigswerke be-rufen. Dies würde das Volksmäßige des Werkes erklären, das eine ganze biblische Ge-schichte umfaßt hätte, von der also unser Heliand nur einen Theil ausmachte.