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1 (1853)
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Die Dichtung i» den Händen der Geistlichkeit.

in diesem Zeiträume der Literatur überall begegnen. Der fromme Kaiserhatte sich zwölf geistliche Helden in seinen Dienst gewünscht von derHöhe eines Hieronymus und Augustin, deren doch, wie ihm Alruin ver-wies, Gott selber nur zwei geschaffen hatte. Ward ihm aber dieserWunsch nicht gewährt, so besaß er doch eben diesen Alcuin, der die Seeledes geistigen Lebens au seinem Hofe war, der es von da folgenreicherverpflanzte in Klöster und Klosterschnlen, von dem das nächste Ge-schlecht schon rühmte, cs hätten durch ihn und seine Schule die Fraukensich den Römern und Athenern 'gleichgestellt. Sein Schüler war Rha-banus Maurus (ff 850), der als Abt in Fulda hier die erste Pflanzstättegründete, wo ganz in Karls Sinne die sprachlich-nationale, die altklas-sischc und die christliche Literatur nebeneinander gleiche Pflege fand. Vonda aus trugen seine Schüler den Eifer für die deutsche Sprache, Wala-frfed Strabo nach Reichenau, wo man zu seiner Zeit das Deutsche andeutschen Gedichten lehrte^), und Otfried nach St. Gallen, das, vonLudwig dem Deutschen aus Unbedeutung und Schutzlosigkeit cmporgeho-bcn, von da an auf Jahrhunderte eine Art Mittelpunkt deutscher Sprach-und Schriftthätigkeit blieb. Der Antrieb gerade zur Pflege der deutschenSprache unter Geistlichen und für geistliche Zwecke war von Karl indoppelter Weise gegeben worden. Seine Liebe für die Volkssprache waraufrichtig und tief, und sie ist dem Wcltherrschcr aufs Höchste anzurech-nen; die Versuchung, Alles in seinem Reiche unter Eine Sprache undVolksthum zu bringen, blieb ihm gänzlich fern. Wesentlich aber be-trieb er ihren Anbau zum Zwecke der christlichen Unterrichtung, und Er,wie sein Alcuin und Maurus, ermüdeten nicht, trotz der allgemeinen Un-fähigkeit der Geistlichen, die Predigt und die Homilienerklärnng in derVolkssprache einzuschärfen. Der große Mann hatte die Welt mit derHerrlichkeit des fränkischen Namens erfüllt, und dies kam der Aufnahmeder Volkssprache unter den widerstrebenden Geistlichen am wirksamstenzu Hülfe; indem Otfried seine alemannische Sprache fränkisch nennt,und in ihr eifersüchtig mit den lateinischen Dichtern wetteifern will, recht-fertigt er den Ausdruck des Mönchs von St. Gallen, daß die Völkerwegen Karls Herrlichkeit von Spanien bis Baiern sich selbst als Unter-worfene der Franken des fränkischen Namens rühmten. Die Wirksam-

83) Von Reginbert ward a. 82! ein Verzeichniß der Bücher in 8indloore8v»rva(Reichenau) aufgestellt, worunter i» vixe8iino priino Udello conrinenluo XII car-mina Oieolliscao linguaa lormala in v!g. secnndo: earinina iliversa ad dooou-dam tdeodisoam linguani. Xvugart api8i:oi>. Lon8laal. z>. 836. 547. 850.