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1 (1853)
Entstehung
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65
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Christi. Dichtungen im neunten Jahrhundert. W

versetzt. Was neben diesen großen Zeitverhältnissen ihrer Fortdauer undFortbildung durch den geistlichen Eifer Ludwigs des Frommen geschadetwerden konnte, der seines Vaters Sinn nicht theilte und die Volkslieder,die er in seiner Jugend gelernt hatte, später nicht mehr lesen noch hörenmochte^), konnte nur von geringer Bedeutung sein. Man hat ihmUnrecht gethan, wenn man ihm den Verlust der alten Lieder, die seinVater gesammelt hatte, Schuld gab. Auch Alfred pflegte wohl mit mehrEifer die angelsächsischen Lieder, er lehrte sie seinen Kindern lesen, erspielte selbst den Harfner, Niemand verbot oder verfolgte hier diese Ge-sänge, auch die Normannen vertilgten sie nicht, weil dem Malmsburynoch großer Vorrath zu Gebote gestanden zu haben scheint, und doch istso Weniges erhalten.

Ehe wir aber den weiteren Gang unseres Volksepos verfolgen,müssen wir sehen, welcherlei Dichtung um und nach Karls Zeit besondersgehegt ward, um unö nachher zu erklären, warum wir in der Zeit derOttonen dasselbe plötzlich ans dem Munde des Volkes in die Feder derGeistlichen, aus der Volkssprache in die lateinische übergehen sehen.

m.

Die Dichtung in den Händen der Geistlichkeit.

1. Karolingische Zeit. Christliche Dichtungen im neunten Jahr-hundert.

Die Ausbreitung der deutschen Stämme in Europa war das Erste,was die Dichtung der Deutschen mächtig anregen und aus die Dauerbeschäftigen konnte; mit ihr war die Verbreitung des Christenthums un-. ter den Deutschen genau verbunden, ein Ereigniß, das wichtig genugwar, in einer poetischen Zeit die deutsche Dichtung zu ermuntern, ihreSprache und Form den Quellen des neuen Glaubens zu leihen. Wiesich jede deutsche Geschichte um diese Zeiten neben der Völkerwanderungbesonders um die Einführung des Christenthums kümmern muß, so sindauch die geistlichen Dichtungen, die in Folge dieser Einführung entstan-

43) INwxLnus, Vits Hilovici e. 19.Grr». d. Dicht. I. Vd.

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