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1 (1853)
Entstehung
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64 Wirkungen v. Volkerwand. auf d. gcschichtl. Vvlksgescmg.

zu verjüngen suchte, von selbst die Aufforderung kommen, jene Liederunter einander zu verbinden. Hier liegt der Ursprung eines jeden aufdiese Weise aus Volksgesängen entstandenen Epos. Eine Zusammen-setzung dieser Art fließt aus einem bestimmten Gedanken, um den sich dieeinzelnen Theile fest versammeln, den sic halb dem epischen Dichter andie Hand geben, den dieser zur anderen Hälfte ausbildet. Diese Einheit,die man als einen Beweis gegen die volksmäßigc Entstehung der großenEpen hat geltend machen wollen, ist die Grundbedingung jedes größerenin ein Ganzes geschlossenen VolkögedichteS. Das Epos dankt überallseine Entstehung und im Mittelalter insbesondere seine ungeheuere Ver-breitung und Maunichfaltigkeit demselben Geist, der, wie er hier dasZerstreute und Vereinzelte in der Dichtung, so in anderen Verhältnissendie Mönche in Orden, die Edlen in einen Ritterstand, die Handwerkerin Gilden verband und schloß, und diese Körperschaften mit Ideen durch-drang und für Ideen begeisterte. Jedes bessere Epos im Mittelalter ist,wie jedes größere Bestreben dieser Zeit von Ideen getragen; und dieseunterscheiden sich von den Gedanken, die z. B. die Ilias und Odysseedurchdrungen, so charakteristisch, wie die ganze neuere Dichtkunst von deralten. Sie unterscheiden sich wieder unter sich, und das Aeltere, reinerVolksmäßige, eben das deutsche Nationalepos, kommt dem antiken näher,als das spätere, das schon reine Abstraktionen, die der Poesie eigentlichnicht mehr angehören, zu ihrem Mittelpunkte nimmt. Schade, daß daszu Große und zu Tiefe dieser Menschen Geist beschäftigte! sie bliebendadurch hinter dem Mittelmäßigen oft zurück. Das deutsche Epos mochtewohl streben, die ganze Völkerwanderung zu bezwingen, allein es schei-terte daran, wie Karl der Große, indem er suchte das ganze Gebiet derausgewanderten deutschen Stämme wieder unter Einen Gebieter zu brin-gen und mit dem Einen Gedanken des Christenthums zu vereinigen.Wunderbar wie Alles, was dieses Bestreben Karls nachher so plötzlich zuuichte machte, gerade auch das deutsche Epos von dem vortrefflichenWege ableitete, auf dem es von Anfang an war! Man rief durch denfeindlichen Gegensatz der Religioneil den Kampf und dadurch die Ver-bindung mit dem Orient hervor; die Normannen hatten schon bei KarlsLebzeiten ihn besorgt gemacht; die unnatürliche Verbindung mit Rombrachte nachher statt der gesuchten Einheit Spaltung im Christenreichehervor und lenkte alle Bestrebungen der Deutschen nach dem Süden. Sowerden wir sehen, daß die Verhältnisse zum Orient, daß die durch dieNormannen verbreitete britisch-bretagnische Poesie, daß die römische undchristliche Cultur der deutschen Dichtung die empfindlichsten Schläge