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1 (1853)
Entstehung
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Grundlagen des deutschen Volkscpos.

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der Sage ein festerer geschichtlicher Boden als in späteren Erzählungenvon Dietrich durchzublicken; und man nimmt sicherer jederlei Entstellungin den späteren Sagen an, als hier einen Versuch, die Sage mit derGeschichte übereinstimmender zu machen.

So weit also führte die Völkerwanderung, daß sic die ursprünglichepoetische Erzählung, welche in sich abgerundeter, passender für den Ge-sang, für Erregung eines augenblicklichen Anthcils, einer einzelnen Em-pfindung war, auflöste, erweiterte, ausdehnte auf großartige Verhältnisseund Zustände, die sich nicht mehr in Einem musikalischen Vortragabschlicßcn ließen, sondern in ein großes Bild von einer ganzen Weltgeformt sein wollten. Stoffe zu einer einfachen poetischen Erzählung zubieten, war jede einfache Begebenheit, die nicht alles Interesses erman-gelte, fähig; Stoffe aber für eine Reihe von enrpelischen Rhapsodienkonnten nur solche anßcrordcutliche Begebenheiten erschaffen, wie derTrojancrkrieg, wie die Völkerwanderung und die Kämpfe des Christen-nnd Hcidenthums. Auf solchen großen Erschütterungen ruhen alle größ-ten Volksepen, die wir besitzen; und wo ein einzelner Dichter sich epischeGegenstände wählte, da griffen die größten Köpfe am entschiedenstennach solchen Begebenheiten, wie Ariost, Tasso, Camoens, oder nach sol-chen Männern, die ähnliche Umwälzungen in der Geschichte hervorbrach-ten, wie die Dichter der Epen von Alexander im Mittelalter. Allein mitdiesem Stoffe zu der epischen Rhapsodie war eben noch kein Epos gege-ben. Es war nicht genug die Dichtung auf große Verhältnisse zu len-ken, an denen sie sich zersplitterte; es kam darauf an, das Getheilte auchwieder zu verbinden und zu vereinigen. Dazu bedurfte es der Kräfte derEinzelnen. Die Anstrengungen des Volkes waren nöthig, um einen wei-ten und würdigen Stoff zu erschaffen; um ihn zu einem Erzeugnisse derKunst zu bilden, bedurfte es der Einheit und der Rückführung aus einGanzes. Eben so wie Karl der Große die germanischen Stämme wie-der zusammenband, so geschahen von demselben Bedürfnis; aus seit ihmund durch ihn die ersten Schritte zur Sammlung und Vereinigung derepischen Sagen. Die Nachricht von seinem Sammeln deutscher Ge-sänge^) bezeichnet daher den ersten Schritt zur Zusammensetzung epischergrößerer Gedichte aus einzelnen Gesängen. Denn sobald eine zusammen-hängende Reihe solcher Lieder ausgeschrieben und bequem zu übersehenwar, so mußte wohl an einem Hofe, der mit der lateinischen und griechi-schen Literatur bekannt zu werden strebte und der poetisch das Alterthum

42) Die bekannte Stelle in Einhart'S Leben Karl'S des Großen.