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1 (1853)
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Grundlagen des deutschen Nolksepos.

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dies Lied als bekannt voraus^"). Es ist reimlos, nnd wie das vonden Grimm zugleich herausgegebenc Wessobrnnncr Gebet, alliterirt. Dergroße Aufschluß ist durch diese Funde gewonnen, daß der ältesten deut-schen Dichtung nicht weniger als der nordischen und angelsächsischen, dieAlliteration völlig eigen war, eine Reimform, der wir vielleicht alleinzu verdanken haben, daß unsere Poesie die Zählung der Rhythmen nichtgegen die Silbcnzählnng der romanischen Nationen aufgab, indem dieAlliteration sich an Aeeent und die Geltung der Worte genau anschloß.Das Vaterland unseres Liedes setzen die Herausgeber nach Hessen undnennen den Dialekt, der doch sehr ins Niederdeutsche neigt, fränkisch ; derZeit nach gehört cs inö 8. Jahrhundert, ist also mit den Eddaliederngleichaltrig. Auch hier lehrt ein einziger Blick, daß das deutsche Gedichtvor diesen letzteren durch größere Wahrscheinlichkeit und Einfachheit inder Begebenheit, in den Reden durch ungcsnchtercs menschliches Gefühlausgezeichnet ist, nnd sei die Darstellung auch an einigen Punkten so ker-nig und kraftvoll, die Sprache so kühn wie in der Edda, so ist doch keineSpur von jenem Ungeheueren in den Figuren und Bildern, oder vongesuchter Dunkelheit und lyrischem Schwung: die epische Form drängtsich hier im Gcgcnthcil ganz überraschend selbst in den Dialog, und einegleichmäßige Ruhe liegt über den Reden des Zorns, des Schmerzes, undüber die Werke der Kraft verbreitet, was uns höchlich bedauern läßt, daßdas Gedicht nicht ganz und nicht besser erhalten ist. Wenn wir es mitden späteren Behandlungen, die in der Grimm'schcn Ausgabe mitgcthciltsind, vergleichen, so ist es einzig, in wie vielen bedeutenden Punkten cshöchst vortheilhaft voransteht. Hier wird man nicht gleich Anfangs sogenau bekannt mit Vater und Sohn, die sich hier kriegerisch begegnen,noch mit der Sicherheit des Vaters über den Ausgang des Zweikampfs;hier veranlaßt nicht die Sonderbarkeit, daß einer dem andern seinen Na-men nicht sagen will, den Kampf zwischen beiden, sondern der Unglaubedes Sohns und die Gereiztheit des Vaters über diesen Unglauben. Wiecharaktcrisiren beide Züge den ehrlichen Alten nnd den leichtfertigen Jun-gen; wie anders stellt dies zugleich das Interesse, da nun nicht allein der

40) Lachmann, über das Hildebrandlied (in den Abhh. der Berliner Akad. 1833).und W. Grimm, die beiden ältesten Gedichte ans dem 8. Zahrh. Cassel 1812. W.Grimm, 6a Illldobrnndo ete. 6otting. 1830. Feußner, die ältesten alliterirenden^Dichtungen in hochd. Sprache. Hanau 1810. Chr. Wilbrandt, IlNäibrabt und' Iladbubralit. Rostock 1848. Das Hildebrandlicd, hcrauSgeg. von Vollmer und Hof-mann. Leipzig 1850.