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1 (1853)
Entstehung
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Grundlagen des deutschen Volksepos.

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würde uns vielleicht die Dietrichssage historischer und plastischer vorlie-gen; jetzt sehen wir nur die Eine große Idee, den Untergang der Hcl-dcnzeit, als das Ergebnis? einer richtigen Anschauung darin ausgedrückt,nicht aber dichterisch versinnlicht. Ganz umgekehrt in der Trojanersage:Niebuhr nannte die Zerstörung dieser Stadt ein Symbol von dem Unter-gang des pelasgischen Stammes; in seiner ganzen Größe wird uns dienahe Thatsache dichterisch veranschaulicht, jene Idee aber ist in der Iliasso wenig zu finden, wie die Thatsache der Völkerwanderung in den Ni-belungen. Von dieser Seite betrachtet, wird es einem etwas schärferenAuge wenig schwer fallen, in der Natur der Geschichte selbst die Noth-wendigkeit in der spätem Gestaltung der historisch-poetischen Sage zuentdecken.

Denn wo eine Begebenheit unter größeren Massen vorgeht, odervielmehr wo größere Massen die Begebenheiten gestalten, wie hier derFall war, wo zugleich große Räume die Bühne bilden, wo gar vielleichtschon große Zeiträume hinter der Thatsache lagen, ehe nur ein dichtenderMann sich ihrer bemächtigte, da fällt sogleich die einfache Beobachtungweg und jene der Wirklichkeit und Natur treue Dichtung, wie sie derGrieche besaß, war weiter keine Möglichkeit mehr. Der erweiterte Raumund die gedehnte Zeit sind die Quelle der unbestimmteren Vorstellungendes Menschen von den Dingen. Jede Ferne hat für uns Wunder; Wun-derbares zu vergrößern ist aber unsere Phantasie immer am geschäftigsten;rechnen wir gar die dunklen Regionen des menschlichen Gemüthes, dasmit der neuen Zeit durch das Christeuthum und den beschaulichen Hangder Deutschen anfing eröffnet zu werden, hinzu, und ziehen wir die jen-seitige Welt herein, in deren Gestaltung die Christen freien Spielraumhatten, so haben wir alle Elemente des Romantischen beisammen, daswie Jedes und Alles, was der neueren Zeit ihre Eigenthümlichkeit gab,seinen allgemeinsten Ursprung in der Erweiterung des Gesichtskreises hat,und in unserem Bemühen, uns der Erscheinungen und Begebenheitenmit der Einbildungskraft zu bemächtigen, da wir es mit den Sinnennicht können. Es muß von dem Geschichtschreiber der Dichtung neuererVölker gefordert werden, daß er der Ausbildung dieser romantischen Vor-stellungöart nachgche. Was in diesem Punkte besonders von den Eng-ländern, vielfach auch von Deutschen geschehen ist, ist für eine geschicht-liche Betrachtung meist unbrauchbar. Es wird sich aus dem Verfolgedeutlich genug ergeben, daß keinerlei Literargeschichtc irgend eines euro-päischen Volkes streng genommen außer der Verbindung mit dem Ganzenkann betrachtet werden; denn die ganze Bildung der neuen Welt hängt