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1 (1853)
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Grundlagen des deutschen Volkscpvs.

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Weift; und man kann kaum finden, daß so viele Jahrhunderte früherdie Sage eigenmächtiger mit Theodorich und den fränkischen Königenverfahren wäre, als sie nachher mit Karl verfuhr. Wir finden den Kernder Geschichte also in der Sage wieder, in einen eigene» Körper gebildet;wir finden keinen wesentlichen Zug vergessen, keine wesentliche Oertlich-kcit versänmt, fast keinen dcS Andenkens würdigen Namen verloren. DieSage läßt der Geschichte, wie in absichtlicher Vermeidung, ihre That-sachen und üblichcnBenennungcn, und eS ist schwerlich Paradox zu sagen,daß cs einst eine Zeit gab, wo die dichterische Ueberliefernng die Ge-schichte so verschmähte, wie später die Anfänge der Kritik sich gegen diedichterische Sage wehrten.

Beides, Geschichte und Sage, würde sich besser vertragen, mehreinander genähert, und wie in der griechischen Dichtung wechselseitig ge-tragen haben, wenn es nicht unser cigcnthümlicheö Schicksal gewesenwäre, daß gleich vom ersten Auftreten nnsrerVätcr an Geschichtschreibungneben der mündlichen Ueberlicftrnng bestanden hätte. Dieses unnatür-liche Vcrhältniß ward durch die Stellung der neuen Welt zur alten noth-wcndig, cs verdarb uns aber unsre anfängliche Geschichte und Sage zu-gleich. Die historischen Werke liegen als Chroniken dürr und trockenda, und lassen uns die inneren Zustände in unsrer Heimat kaum ahnen.Die Gedichte.zeigen uns, was ihnen nur gelegentlich hätte inwohnensollen, Sitten und Zustände, die sich im Laufe der Fortbildung des Eposso leicht nach den Zeiten ändern, genau, und enthalten dafür desto we-niger Thaten und Handlungen, die ihre Seele sein müßten, die der än-dernden Hand späterer Jahrhunderte eher Trotz geboten hätten. Daßdies nicht so ward, dürfen wir beklagen, obgleich uns die Einsicht indie Natur der Verhältnisse zu gestehen zwingt, daß in den Zeiten desgroßen Zusammenstoßes der deutschen Urstämme mit der römischen Kul-tur, und ihrer Wanderungen die den Erdkreis umspannten, ein anderesVcrhältniß nicht möglich war, eine andere Sage und Dichtung gar nichtentstehen konnte.

Wir müssen bei der Betrachtung unserer alten Geschichte nie ver-gessen, daß die theucrsten religiösen und historischen Erinnerungen unsererVorfahren nicht einen Augenblick, von der Zeit an wo wir sie deutlicherin der Geschichte auftreten sehen, ungestört ihrer Fortpflanzung über-lassen wurden. Man beachte nur in der politischen Geschichte, welcheschnelle Fortschritte die römische Bildung auch unter den stets feindlichenStämmen der Germanen machte; man versuche sich dann überhaupt eineVorstellung von der Wirkung zn machen, welche die immer genauere