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1 (1853)
Entstehung
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Grundlagen des deutschen Vvlkscpos.

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daraus erwächst. Diese Züge werden dann mit dem nordischen Mythusvon Freyr und Gerdhr und ähnlichen anderen zusammcngestcllt und alseine Naturmythc gedeutet auf die Befreiung der im Winterschlaf liegen-den Sommcrgöttin durch einen heiteren Gott, ihre Vermählung mitihm, dem Bändiger der Winterstürme, dem Gewinner der gvldncn Erd-früchte, der aber nach kurzer Zeit von dem finsteren Verwandten des ge-tödtcteu Drachen wieder gctödtct wird. Die ähnliche mythologischeBetrachtungsweise hat dann auch über dieSiegfricdsage hinausgcgriffcu,und man hat begonnen (nach einem Winke Jacob Grimm'S) auch dieDictrichsage mythisch zu deuten und im Dietrich von Bern den Donner-gott zu finden^); ja selbst den Ursprung unserer Thiersage hat man inden nordischen Mythen von thiergcstaltcten Göttern gesucht. Hatten dieMeister der deutschen Sagenkunde, die Lachmann und Grimm, frühcrhindie vermittelnde Bestrebung, bei zwar sichtlicher Vorliebe für das My-thische, der Geschichte und der Mythe ihr gleiches Recht zu lassen, soscheint uns nun die letztere ein ungebührliches Uebergewicht erlangen zuwollen. Wenn man hier, mythologisch betrachtet, die Brunhildc undKrimhilde, und Siegfried und den Drachen nur für zwei Seiten von jeeinerlei Wesen erklärt, wenn man den aquitanischen Walther, weil eceine Hand verliert, mit Tyr, und den einäugigen Hagen mit dem blin-den Hödhr vergleicht, die Jrine und Wate mit Hrimdall zusammenstelltund den Reineke Fuchs im Loki und den Jscgrimm im Thor nachweist,so scheint uns der unnatürliche Uebergriff der mythischen Deutung hierungleich größer, als wenn man in der historischen Auslegung den Fasnirund Regino auf geschichtliche Figuren zurückführtc.

Es wird nicht befremden, wenn wir in einer geschichtlichen Dar-stellung der deutschen Dichtung nur der historischen Hcrlcitung der Sa-gen, die die Grundlage unseres Volköepos bilden, mit aller Entschieden-heit, wenn auch ohne alte handwerksmäßige Befangenheit, zuncigen.Den geschichtlichen Beurtheiler der Dinge, der in der Fülle der Zeitenden Reichthnm deö schaffenden Menschengcistcs bewundern lernt, stößtschon die unnatürliche Armuth ab, in der die Erfindungskraft erscheint,wenn man ganze Reihen von deutschen Sagen und britischen Mährchcnmit nordischen, griechischen und orientalischen Mythen auf wenige ge-meinsame Mythenstämme, und diese wieder auf noch viel wenigere Na-turerscheinungen zurückführt, die ihre endlich feste Unterlage wären.Schon nach dem Maßstabc der geschichtlichen Kritik wäre auch die

38) Vgl. F. Clemens Meyer's hist. Studien. I. 1851.