Grundlagen des deutschen Volksepos.
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darum voraus, weil jede Betrachtung dieser Sage immer von der Unter-suchung der geschichtlichen Anlehnung ansgehen muß.
Nach dieser Auslegung wäre im Siegfried unserer Sage der ripua-rische Sicgbert, den Chlodwig auf der Jagd ermorden lieh, verschmolzenmit dem australischen Könige dieses Namens, dessen Hochzeit schonVenantinS Fortunatnö besungen hatte (der ihn mit Achill verglich),und dessen tragischer Untergang in Jugend und Siegcsherrlichkcit ihn zueinem Helven der Dichtung machte. Das Wesentliche der Achnlichkeitenläge in den Siegen, die Sicgbert über die Sachsen und Dänen erfocht,in seiner Vermählung mit der berüchtigten Brnnhildc, in der FeindschaftseincrBrüderGnntramund Chilperich, dessen Weib Fredcgundc ihn ermor-den ließ. Guntram ferner hatte einen Feldherrn Ennius (oder EnninS,Henne, Hagen), der mit dem Könige einen großen Schatz in einem hoh-len Berge gefunden hatte und nachher von Fredcgundc getödtet ward.Brnnhildc wäre nun in der Sage mit der feindlichen Schwägerin Frcdc-gundc, wie schon der Name zu verlangen schien, verwechselt, und eineErinnerung an daö geschichtliche Verhältnis; läge darin, daß Siegfried inder nordischen Sage mit Brnnhildc verlobt war und in der deutschen siedem Günther gewinnt. Mit Gnntram ward weiterhin der ältere buc-gundische Gnndiear, und die Urrmoi lXebnionos (wie sie im WaltharinSheißen) mit den Bnrgundcn verschmolzen. Selbst Siegfrieds Drachen-kampf fände eine symbolische Erklärung in den Siegen dcS christlichenHelden über die heidnischen Sachsen und Dänen. Bis hierher hatteunser Ausleger Vorarbeiter; aber das Folgende gehört ihm eigen, wo-nach auch die Verhältnisse der Merwingischen Könige zu dem Geschlechtder Pipine schon in diese Sage cingegangcn wären. Als Merwingerträte nämlich Sicgbert an die Stelle von Meroväuö, der sich nach Chlo-dio's Tode des fränkischen ThronS bemächtigte. Nach der Chronik vonHenncgau hatte nämlich Chlodio drei Söhne, Albero, Reginar undReginald; er hatte seinen Verwandten MeroväuS zum Vormunde seinerSöhne bestellt, der sie aber verdrängte. Albero gewann jedoch mitalemannischer Hülfe einen Thcil seines Stammlandcs wieder, und bautein der Gegend von Mons eine Burg, wo noch im 17. Jahrhundert einThurm im Volke seinen Namen führte. Albero starb 491 und hinterlicß' zwei Söhne, Walbert von MonS und Ragniear von Cambray; letzteren? erschlug Chlodwig; Walbert aber hinterlicß wieder zwei Söhne, Wal-bert II. und Ansbert Markgraf von Antwerpen. Von jenem stammtendie Grafen von Hcnnegan, mit diesem hängt das Haus der Pipine, indem der Name Nibelung heimisch ist, zusammen. Diese Verdrängten