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1 (1853)
Entstehung
Seite
36
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36 Wirkungen d. Bvlkerwand. uns d. geschieht!. VvlkSgcsang.

die älteste Erwähnung dcö Hugdietrich in unserem Hcldenbuche, und manhat neuerlich in der einfachen Unterlage des Gedichts von dessen SohneWolfdieterich, (dessen Brüder ihm nm seiner unächten Geburt willen seinErbe nehmen, und später wieder au den rückkehrcndcn Eroberer undseine getreuen Helfer verlieren,) geschichtliche Beziehungen auf einenSohn und Enkel Chlodwigs gefunden, Theodorich und Theudebert, diebeide unächtcr Geburt waren, und von denen der Eine seinen Bruder beider Erbthcilung verkürzte, der Andere von seinen Oheimen seiner Herr-schaft beraubt werden sollte, in der ihn aber seine treuen Mannen vcr-thcidigten und erhielten^). Aber dies Alles wären doch nur sehr spär-liche Zeugnisse und Reste des fränkischen Heldcngcsangs; gerade in dasgroße Sammellicd deutscher Sage, in dieNibclungcn, wäre nichts davonübergegangcn. Und doch boten die schauderhaften Greuel der mcrowingi-schcn Geschichte, die an furchtbarem Inhalte die Sagen vom HauseTantalus übertrcffen, so reichen Stoff der Dichtung dar, daß cs schon ansich unwahrscheinlich dünken mußte, es sei gerade diese große Fundgrubevon dem deutschen VolkSgcsangc gänzlich unbenutzt geblieben.

Einzelne Namenähnlichkcitcn haben daher schon vor langer Zeit ansdie Vermnthnng geleitet, daß die Geschichten dcö austrasischcn KönigsSiegbert dem ersten und Hauptthcile des Nibelungenliedes, der eigent-lichen Nibelungen- oder Siegfricdsage zu Grunde lägen. Schon Gott-sched war dem auf der Spur; später haben Göttling^) und Leichtlcn^')die Vergleichung dieser Geschichten und Sagen genauer durchgeführt.Ihnen hat sich in neuerer Zeit Emil Rückcrt^) angeschlosscn, der zumerstenmnle ein zusammenhängendes Ganze als Ergebnis) seiner geschicht-lichen Auslegung gewonnen hat. Da es uns bei unserer Darstellung derDichtungsgeschichtc jener Zeiten, die durch tägliche neue Forschungentäglich nmgcstaltet wird, keineswegs daraus ankommt, einer einzelnenAnsicht und Betrachtungsweise der Entstehung dcS deutschen Epos ge-schichtliche Beglaubigung zuzusprcchen, sondern nur auf die neuestenStandpunkte der Forschungen zu stellen, so theilcn wir die Ergebnissedieser letzten und umfassendsten historischen Auslegung mit, und stellen sie

tausend Erdichtungen jenerZeiten, die ein neues Geschlecht (hier die Capetinger) miteinem alten Ruhme verherrlichen selten.

2g) Gregor von Tours III, 23. Vgl. Mnllenhoff, die austrasischc Dietrichsage.In Haupt's Zcitschr. V'l, 435459.

3V) lieber das Geschichtliche in den Nibelungen.

31) Forschungen im Gebiete der Geschichte I, 2.

32) Oberon von Mons und die Pipine von Nivella. 183k.