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1 (1853)
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34
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34 Wirkungen d. Völkerwand, auf d. geschichtl. Volksgesang.

zur Folge zu haben; wie denn unser Kirchengcsang nur durch seineVolks-mäßigkeit hcrabgckonnucn ist. Die Dichtkunst scheut in der Regel dieMenge. Nicht einmal Athen läßt sich einwcrfen, wo gleichwohl dieMenge einen andern Charakter hatte, als überall sonst; mit der eigent-lichen Demokratie trat anch dort das Ende der guten Dichtcrzeit ein.Ucbcrall suchte die Dichtkunst gern kunstsinnige Hofe und freigebige Be-schützer ; sie entfaltete ihren höchsten Glan; in der Umgebung kleiner undmenschenfreundlicher Fürsten, denn sic flicht eben so die Gemeinheit desniederen Lebens, wie sie in der Kälte und dem erdrückenden Glanz einesHofes wie Ludwigs XIV. sogleich erstarrt. Seit Pindar sind die größ-ten Dichter am leichtesten dein Vorwürfe der Fürstendienerci ausgcsetztgewesen; und umgekehrt, wo die Kunst des Dichtens am verbreitetstenim Volke war, wie in Deutschland im späteren Mittelalter, sank sieschnell ins Allerticfste herunter.

1t.

Wirkungen der Völkerwanderung ans den geschichtlichenVolksgesang.

Grundlagen des deutschen Volkscpos.

Wir haben in dem ersten Abschnitte ans Zeugnissen und sagenhaftenErzählungen der Geschichtschreiber erfahren, daß unter den ältesten Deut-schen schon Lieder verbreitet waren, die die Thaten der Helden besangen.Wir wissen von allen entfernteren, allen nnSgewandertcn Stämmen, vonNordländern und Angelsachsen, daß sic solche Lieder besaßen, wir wiesensie unter Ostgothen lind Langobarden nach. Die Zeugnisse dafür könnenin den Jahrhunderten, die der Völkerwanderung noch nahe waren, ausden abgelegensten Gegenden bcigcbracht werden, denn damals schienendiese Gesänge noch ein Allgemeingut der zersprengten Stämme, die wan-dernden Sänger die lebendige Zeitung der Gerüchte und der Geschichtezu sein. Die großen Gestalten der Hermanrich und Attila waren denScandinaven und den Angelsachsen bekannt, wie den Gothen; die Tha-ten desAlboin wurden noch zu Paul's Zeiten^) in Baiern und Sachsen

25) ?»u1. viae. 6e ^sstis d>onxob> I, 27.