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1 (1853)
Entstehung
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in Deutschland.

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mythischem Inhalt und lyrisch-dramatischcrBehandlungviel freier, würde, das Deutsche vom Nordischen unterscheiden. Und man braucht, um dieszu behaupten, kaum die ganze folgende Entwicklung der Dichtung bei bei-den Völkern zu Hülfe zu nehmen, den streng epischen Vortrag dcS Hilde-brandliedes gegen die Edda, die schärfere Scheidung von Poesie und Ge-schichte in Deutschland, und die dauernden Neigungen und Richtungender nordischen und deutschen Dichter, wo dort die Werke der Oehlen-schläger, Grundtwig, Ewald und Tegncr große Rollen spielen, zu denenbei uns weder Fouque's Romane noch die neueren Skaldengesänge ge-langen konnten. Diese müßige Frage über die muthmaßliche oder un-wahrscheinliche Uebcrcinstimmung der Form deutscher und sraudinavischcrLieder würde hier nicht berührt sein, wäre sie nicht von anderen Män-nern, die hier von Gewicht sind, besprochen worden. Wäre uns einek deutsche Edda, älter als die alte nordische, erhalten, durch ein Zusam-mentreffen fast unmöglicher Glücksfälle, sie würde so viel anziehender fürunS sein als die späteren Epen, wie die Hamasa dcS Abu Temmamfesselnder ist als die späteren arabischen Dichtungen. Wie die Hamasavon den muhamedanischcn Poesien, und die heidnischen Eddalieder vonden späteren Erzeugnissen christlicher Dichter durch eine große Kluft ge-trennt sind, so würden es auch unsere Arminslieder und selbst die Quellen-des Jornandeö und Paul von dem späteren deutschen Epos sein, das inden Zeiten der Völkerwanderung und des ChristenthumS entstanden ist.Ein Volk, wie das deutsche, vor der Bekanntschaft mit den Römernschwerlich je in größeren Verbindungen, getheilt in unzählige Stämme,ohne Städte und Dörfer, in kleinen Reibungen und Kriegen, wo frei-williger Dienst und Fahrten auf Raub und Abentheuer schon vorkamen,wo bei der wilden Rauhheit der Menschen Beleidigungen und Privat-zwist, bei dem schonenden Baud der Gesetze Sclbsthülfc alltäglich war,eiu solches Volk kann nur Gesänge haben, wie jene Beduinen in derWüste, voll von Eifersucht, Stammhaß, Blutrache und kleinen Kämpfen,von Beschäftigung mit dem kleinen Kreis der Umgebung, mit der Waffeund dem Roß, dem Wild des Waldes, dem Gast und dem Feinde. Diesekleinen engen Verhältnisse werden hier wie bei allen Völkern, die unS so^ alte Denkmale ihres Dichtens hinterließen, den sinnlichen Reichthum derE Sprache früherer Zeiten außerordentlich befördert haben, den wir insolchen Resten überall gewahren, und der sich in nichts mehr kund giebt,als in Benennung der Pferde, Kamccle, Waffen und alles dessen, wasdiese Natursöhne nahe umgab und anging. Diese Benennungen, in zahl-v. losen Eigenschaftswörtern, Metaphern und Umschreibungen aüsgedrückt.