in Deutschland.
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denn die eigentliche Hecleitung der Franken ans Troja erst bei Fredegar,und ans derselben Quelle, scheint cö, bci Otfricd wieder vorkommt. Die-sen Sagen würde man demnach priesterlichcn oder gelehrten Ursprunggeben; und obgleich sie in den Zeiten des Meistergesangs, nach langsamenFortschritten, eine Art Volksthümlichkcit erlangten, so würde man siedoch so wenig volksmäßig nennen, wicdie römische Trojanersage nationalrömisch. Denn daß dort der Staat, was Niebuhr sür entscheidend nahm,die Sage adoptirte, wäre so wenig ein Grund für eine solche Annahme,wie es in Deutschland eine amtliche Erwähnung derselben sein würde.
Von eigentlich pricsterlicher Dichtung aber, die auch dem Stoffenach die Pflege durch diesen Stand verricthc, haben wir in Deutschlandkeine Spuren, so wahrscheinlich es auch der Natur der Dinge nach wäre,daß namentlich in den Thcilen des nördlichen Deutschlands, die derseandinavischcn Bildung näher waren, eine Gattung pricsterlicher Ge-sänge, verbunden vielleicht mit allerhand Zauberformeln, geherrschthaben könnte. Von eigentlichen dichterisch anögcbildctcn Mythen überdie Hauptgöttcr findet sich aber nicht die geringste Spur, nur der Er-wähnung; und die gründlichsten Forschungen führten kaum auf ein fernesZeichen von Zusammenhang zwischen Dichtern und Priestern selbst imNordens. Nichts deutet auch darauf, daß jemals dicPricsterschaft über-haupt bei den Deutschen ein solches Anschn gehabt habe, wie die Druidenbei dcnGalliern. Schon Cäsar setzte in dieser Hinsicht Gallier und Deut-sche scharf einander entgegen. Wie nach ihm der Götterglaube der Ger-manen einfach war, die da nur Natnrgöttcr, Sonne, Mond und Feueranbctctcn und die übrigen „selbst dem Gerüchte nach" nicht kannten, sokannten sie auch das Priester- und Opfcrweseu der Gallier, hierarchische
Bildung und Einfluß nicht: dieses früheste Zengniß eines großen Man-nes, der an Erfahrung und praktstchem Urtheil in diesen Dingen mit denmeisten gelehrten Schreibern nach ihm gar nicht zusammengcstcllt werdenkann, muß für eine geschichtliche Betrachtung deutscher Götterlchre derunverrückte Ausgangspunkt bleiben. In späteren Zeiten aber ist dannmehrfach versucht worden, Priester- und Druidenwesen an die deut-
sche historisch-poctischcSage anzukuüpfen. So erhalten wir in der Chronikdes Hunnibald°) ans schmalen Nachrichten der Römer, dazu aus abge-trcnnten Lappen biblischer, griechischer und späterer Völkergeschichtc, auswillkührlicheu Eponymcn, aus angeblichen Liedern und alten Ueber-
5) Mythol. p. 62.
6) In Iririismü app. Iiisk. oniu. eM Greller.