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Spuren der ältesten Dichtung
Tniseo und seinen Sohn Mann, die Stammväter und Gründer desVolkes, und MannS Söhne, die Bencnner der einzelnen Stämme. Dieersten dieser Namen würden auf eine germanische Sage der Welt- undMenschcnschöpfung hindcuten, an die sich mit den Söhnen Mann'S danndie nationale Sage von dem Ursprung des Volks nnd seiner Stämmeangereiht hätte. Daß unter den deutschen Völkerschaften, sobald sie indie Geschichte cintratcn, sobalv sie mit Fremden in dauernde Berührungkamen, ein Hang zu solchen Stamm - nnd Gcschlechtstafeln war, bewei-sen schon die Genealogien der Könige, die wir unter Angelsachsen,Nordländern, Gothen nnd Langobarden ausgezeichnet finden'). Daßdergleichen aber ein höheres Alter nnd eigenen Trieb nnd Wuchs gehabthabe in einem Volke, das die Gegensätze des Stammes nie so weit ge-trieben hat wie der Orient, ist ganz unwahrscheinlich. Denn diese my-thischen Genealogien scheinen überall erst in Zeiten entstanden zu sein,wo schon durch irgend einen Gegensatz gegen ein fremdes Volk oderfremde Zustände die Veranlassung dazu gegeben ist. So konnte in Grie-chenland die größere Achtsamkeit auf die Vcrwandtschaftsvcrhältnisse derkleinen Völker, die dann die Sagen der Logographcn zur Folge hatte, erstdann aufkommcn, als der alte Gesammtstamm der Achäer gesprengtwar und Dorier nnd Ionier sich gegenüber zu stehen anfingcn. So sinddie Königsreihen der Angelsachsen und Langobarden offenbar erst ans denZusammenstoß mit fremden Stämmen entstanden; wie sollten sie sonst denWodan übereinstimmend so jung setzen und gar den Cäsar in ihre Kö-nigsreihc mürrischen! Taeituö, der sich mit einzigem historischen Takte denkühnen Ucberlicfcrungcn der Volksphantasie so junger Zeiten <IioL»tiäevotuswtis) gegenüber in vorsichtigen Grenzen hält, scheint anch selbst an-zudentcn, daß die Gesänge jenes Inhalts unter den einheimischen Stäm-men der Deutschen wenig Ansehn im Volke hatt/n. Er bemerkt, daß jeneStamnrbcncnnungen derJngävonen, Jsrävonen und Herminonen, die sichauf die Namen der Göttcrsöhne gründeten^, ncn nnd willkührlich waren,wie sie denn auch bald verschwanden, während die ächten nnd alten Völ-kernamen, die entgegengesetzt werden, zum Theil bis jetzt ansgcdanerthaben. Denn bei dem ausdrücklichen Gegensätze, in den Taritus gegenjene Benennungen die der Marser, Gambarer n. A. stellt, scheint cs kei-neswegs sicher, ans diesen letztem die Namen andrer Söhne dcS Mannzu folgern. Und dürfte man dies, grade dann würde eine solche Reihe
1) Vgl. Grimms Mythol. im Anhang znr ersten AuSg.
2) . kacit. 6<mm. c. 2.