Druckschrift 
2 (1853)
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40 SSerfalt bet vittcrl. JDidjtung u. tlcbergnng jur SSolfßtmeftc.

bid)teß außgelöfdjt fyaben folttc, nidjt rcdjtfcrtigt, fo ift biefe Vtnjufricbcn*fyeitbagegen auß bem ©tanbfnmftc fatl)otifd)er9ietigionßanfid)tbefto beffetjit begreifen. Denn baß maß bau SBetfe feine cigentljümlidje garbuttg,maß tfjm feine S3cbeutuug in ber 3eü nnb in bei* Did)tungßgcfd)id)tegibt, ift bie fdjroff f)ierardjifd)e nnb jmeftcrlidje ©ejtnnung, bic BottStnfang biß ju Grnbe bnrd)bringt. 3tt ber SBetfe, wie wir biefe in bcin@cbid)te niebergeiegt lefeit, ift fte nnftreitig nid)t in ber franjöfifdjcuSHuclte außgebrüdt gemefett; itjre ©rgitffe fittb bie 3 »tf)at beß bcutfdjenDtd)tetß, ber alte bie djarafterifiifdjen @igcnf;eiten feiner 3cit, bie mir inben @prnd)bid)tern anbeuteten, im nberfteigenben Sfajje in fid) Ber=einigt. Dteß ift nnftreitig, maß bem SBetfe eine fo große ©cltung inber 3eit nnb eine fo f)artnädige Dauer ermarb. Daß gauje ©cbid)t ift»olt »on f)ierard)tfd)cin Düttfet, ber fid) nur mit bem gelehrten Düttfelctma ftreitet; unb bieß ift fein entfdjiebenftcr 3 wcd, bajj i|3ricfterfd)aftnnb ©ctcljrtentfjum in ©lattj unb <§öl)e gerüeft merbcit folten. Dießgefd)iet)t mit altem bfäfftfd)cit (Sifer unb alter t)ierard)ifd)ett gofgertd)tig=feit, ©anj oerfdjmunben ift SBotframß bulbfame 9fitftd)t beß Reibenstl)nntß, ber mir fpciter im Scfyettgrin mteber begegnen; ber Did)ter Ber-rätf) jmifdjeit feiner bogntatifdjen @clel;rfamfeit beit gel)dfftgften 3 clotiß=muß gegen bic 93fattreit unb gegen bie alten ©rtcdjen; unb maß nod) inber Slbenteucr dtrone, maß in Bielen Didjtern biefer 3rit unb bei Dantebeliebte Shtfnafmte gefnnben, bie Jjerrfdjaft ber gortuua auf ber (Srbe,baß (Sinjige, maß biefe Didjter neben Vcnuß unb Slntor ber gricd)ifd)cn9J?t)tl;ologie abnafmten, baß ftnbet bei ifjnt 5£abet nnb Vermcrfuttg. DieStufgabe feineß ©efangeß ift bie Steinzeit unb Äeufd)l)cit, bie l)ier fd)oitetn ttbtfdjcß jßarabieß bereitet, unb fein 3 ict bie Verbreitung ebfer Du=genb in alte gerne unb Sßeite. Der Jpctb, ber bem SBerfe ben 9ianteugegeben ^at, mirb, mie in ber patriardjalifdjen @efd)id)te fo mandjer©otteßerforene, erft fpät auß einet lange unfrud)tbaren @l;e nad) gött=tid)cr Sßerfjeifmtg geboren; fritl) mirb er ju lauterer Äcufdjbeit unb reiner9ütterfdjaft ersogeu unb für beit Dienft ©otteß; Vejciijmuttg ber mett=Iid)cit Siebe, Dcntutf) im 9teid)tf)um unb ©ebulb in ber Strntut mirb ergeteert; er lebt in ber 3eit, mo bie d)rifttid)cn ©laubenß'&etbcn SButibertraten, mo nod)bieSeiten guter ißfafffjeit" auf frud)tbaren ©oben fielenunb SBunber 511 ttjuit lehrten, mo bie maIjrc®otteßnttntie blühte unb bieSlufobferung beß 9lbral)am, mit ber er feinen <Hol)tt bafnnjugeben bereitmar. Daljer mirb benu biefem ber ©rmerb ber ©ralljcrrfdjaft leichter,alß bem fünbigett ißat$tBal; il)m mirb etn fmtriardjalifdjeß Sttter ge=mäfjrt, ja ben ©ral in 9ieiitl)eit anfdjauenb ift er Bor bem Dobe ftdjer.